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Eine der giftigsten Pflanzen Europas blüht derzeit im Leonhart-Fuchs-Garten, einem Teil des Ansbacher Hofgartens. Dort ist sie in der Ausstellung "Heilende Gifte" neben anderen Pflanzen zu sehen, die zwar giftig sind, aber eben auch helfen können.

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"Heilende Gifte" in Ansbach: Ausstellung zu Giftpflanzen

Eine der giftigsten Pflanzen Europas blüht derzeit im Leonhart-Fuchs-Garten, einem Teil des Ansbacher Hofgartens. Dort ist sie in der Ausstellung "Heilende Gifte" neben anderen Pflanzen zu sehen, die zwar giftig sind, aber eben auch helfen können.

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Von
  • Laura Grun

Unscheinbar mit seinen gelben, zarten Blüten steht der Gelbe Eisenhut in einem Topf auf dem Rasen und wiegt im seichten Wind. Doch die Pflanze mit dem wissenschaftlichen Namen "Aconitum vulparia" gehört zu Europas giftigsten Pflanzen und ist alles andere als harmlos, sagt Stefan Wallerius, Referent der Gärtenabteilung der Bayerischen Schlösserverwaltung. Binnen drei Stunden könne das Nervengift zum Tod führen. Optisch sei sie derzeit aber das Highlight der Ausstellung, so Wallerius weiter.

20 Jahre Leonhart-Fuchs-Garten in Ansbach

Zum 20-jährigen Jubiläum des Leonhart-Fuchs-Gartens in Ansbach ist die Ausstellung mit dem Titel "Heilende Gifte" gestartet. Die Präsentation wird im frei zugänglichen Ansbacher Hofgarten von der Bayerischen Schlösserverwaltung gezeigt. Ausgestellt sind zehn besonders giftige Pflanzen, die zur Heilung von Erkrankungen und anderweitigen Leiden verwendet wurden. Darunter der Gelbe Fingerhut oder beispielsweise der Wunderbaum. Obwohl auch er sehr giftig sei, werde aus den Samen des Wunderbaums das bekannte Rizinusöl gewonnen, sagt Stefan Wallerius.

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Zum 20-jährigen Jubiläum des Leonhart-Fuchs-Gartens in Ansbach ist die Ausstellung mit dem Titel "Heilende Gifte" gestartet.

Heilpflanzen im "New Kreüterbuch" beschrieben

Beschrieben wurden die Heilpflanzen von Botaniker Leonhart Fuchs in seinem "New Kreüterbuch" aus dem Jahr 1543. In der Ausstellung zeigen Infotafeln mit den historischen Abbildungen aus dem Buch von Fuchs die historische und zeitgemäße Anwendung, die Giftigkeit und die Symptome einer Vergiftung mit diesen Pflanzen. Außerdem gibt die Präsentation einen Einblick in die Entwicklung der Nutzung von Giftpflanzen und deren verborgenem Potenzial.

Mobile Bestuhlung für abwechslungsreiche Blickwinkel

Begleitend zur Ausstellung bietet die Schlösserverwaltung diesen Sommer neue Sitzmöglichkeiten im Fuchs-Garten an. Die mobilen Stühle können von den Besuchern flexibel innerhalb des Areals platziert werden. So erleben Interessierte den Kräutergarten immer wieder aus neuen Blickwinkeln.

Ausstellung kostenlos – Sonderführungen für drei Euro

Die Pflanzen können bis 3. Oktober 2021 während der Öffnungszeiten des Hofgartens frei zugänglich im Fuchs-Garten besichtigt werden. Sonderführungen finden am 13. und 27. Juni sowie am 18. Juli und 1. August jeweils um 14.00 Uhr statt.

Petra Nerf ist Gartenführerin und lässt Interessierte eintauchen in die Welt der Kräuter. Besonders die Unterschiede zwischen der Medizin damals und heute will sie bei den Sonderführungen im Fuchs-Garten deutlich machen. Tipps für den Umgang mit den Pflanzen gebe es jedoch nicht. "Ich bin weder Apothekerin noch Ärztin, daher wird man in den Führungen nichts zu persönlichen Behandlungsmöglichkeiten mit den Kräutern erfahren", sagt Nerf.

Ihr sei es wichtig, den historischen Hintergrund darzustellen und den Blick auf die moderne Phytotherapie zu richten. Dabei wirft sie unter anderem auch die Frage auf, inwieweit es sinnvoll ist, alte Kräuterbücher für die moderne Pflanzenheilkunde zu verwenden. Sonderführungs-Tickets zum Preis von drei Euro können an der Residenzkasse erworben werden.

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Spannend, welche heilenden Kräfte manch giftige Pflanze hat. In der Ausstellung "Heilende Gifte" im Ansbacher Schlossgarten zu sehen und riechen.

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