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Bildrechte: dpa-Bildfunk / Karl-Josef Hildenbrand

Würzburgs Bischof Franz Jung steht in der Kritik. Er hatte einen CDU-Politiker bei dessen Bewerbung als Bundestagskandidat unterstützt. Parteipolitisches Engagement ist katholischen Geistlichen jedoch nicht gestattet.

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Heikle Wahlwerbung: Würzburger Bischof Franz Jung in der Kritik

Würzburgs Bischof Jung ist wegen Wahlwerbung in die Kritik geraten. Der Oberhirte hatte in Pirmasens einen jungen CDU-Politiker bei dessen Bewerbung als Bundestagskandidat unterstützt. Parteipolitisches Engagement ist katholischen Priestern verboten.

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Von
  • Anke Gundelach

Man kennt sich persönlich. Als der 27-jährige Florian Bilic kürzlich im rheinland-pfälzischen Pirmasens als CDU-Direktkandidat für die Bundestagswahl antrat, bat er den Würzburger Bischof Franz Jung um ein paar freundliche Worte für seinen Werbeflyer. Jung kam der Bitte nach – und steht nun in der Kritik. Denn katholischen Geistlichen ist parteipolitisches Engagement nicht gestattet, wie die Südwestdeutsche Zeitung "Die Rheinpfalz" kritisch angemerkt hat.

Bischof hat "unüberlegt" gehandelt

Auf Nachfrage des BR beim Bischöflichen Ordinariat in Würzburg, sagte Pressesprecher Bernhard Schweßinger, der Bischof habe unüberlegt gehandelt. Im Wahlwerbeflyer des jungen CDU-Politikers Florian Bilic taucht Franz Jung mit Bild als Testimonial auf und wird mit den Worten zitiert: "Was mir zu Florian Bilic einfällt? Konsequent, zielstrebig, leistungsbereit! Politik braucht Personen mit Profil, die die Herausforderungen nicht aussitzen, sondern aktiv angehen."

Bekanntschaft seit Kindertagen

Hintergrund ist laut Pressesprecher Bernhard Schweßinger eine enge persönliche Bekanntschaft des Bischofs mit dem 27-Jährigen und dessen Familie. Jung war von 1998 bis 2000 Kaplan in Pirmasens. Bilics Mutter Ursula war damals seine Pfarrsekretärin. Sohn Florian besuchte zunächst noch den Kindergarten und wurde dann eingeschult. Schweßinger schreibt dazu in einer Stellungnahme:

"Im vergangenen Jahr hat Florian Bilic Bischof Jung stolz von seiner Kandidatur berichtet und ihn um einen Empfehlungssatz gebeten. Bischof Jung ist dem allein aufgrund der langjährigen persönlichen Verbundenheit nachgekommen. Die Empfehlung bezog Franz Jung auf die Person und das Engagement Bilics und bewusst nicht auf ein Parteiprogramm oder auf parteipolitische Aussagen. Unter dieser Prämisse hat der Bischof einer Veröffentlichung für die interne Delegiertenversammlung zugestimmt." Bernhard Schweßinger

Den bewussten Flyer soll der Bischof aufgrund der Pressenachfrage der Zeitung "Die Rheinpfalz" erstmals gesehen haben. Mitglied der CDU sei Franz Jung nicht, so Bernhard Schweßinger.

Priester sollen sich nicht parteipolitisch engagieren

In Sachen Parteipolitik hat die Deutsche Bischofskonferenz schon 1973 klar Stellung bezogen. In einer Erklärung der Bischöfe aus diesem Jahr heißt es unter anderem, es sei abzulehnen, "dass sich ein Priester öffentlich innerhalb einer Partei, für eine Partei sowie für die Wahl einer Partei einsetzt."

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