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Heftiger Streit über den Bahnübergang bei Hainsfarth | BR24

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Bahnübergang bei Hainsfarth

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    Heftiger Streit über den Bahnübergang bei Hainsfarth

    In Hainsfarth im Nördlinger Ries soll ein Bahnübergang beseitigt werden - weil es das sogenannte Eisenbahnkreuzungsgesetz so vorschreibt. Das Problem: Der Verkehr würde dann durch das Hauptdorf fließen, vorbei an einem Kindergarten.

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    Im schwäbischen Hainsfahrt soll ein Bahnübergang beseitigt werden, weil es das sogenannte Eisenbahnkreuzungsgesetz so vorschreibt. Züge könnten dann schneller vorbeifahren und würden weniger Zeit verlieren. Im konkreten Fall soll dort bald auch die Hesselbergbahn vorbei fahren. Auch deshalb soll der unbeschrankte Bahn-Übergang in Richtung Hainsfarth weg.

    Hainsfahrts Bürgermeister Klaus Engelhardt ist deswegen erbost: "Wenn man die große Politik immer hört, dass man den ländlichen Raum stärken soll und dann so eine Zufahrt zumacht, das geht uns allen in Hainsfarth nicht runter! Und wir werden für unseren Bahnübergang kämpfen!"

    Verkehr an Hainsfarther Kindergarten vorbeiführen "ein Unding!"

    Dieser Meinung sind auch viele Hainsfarther. 900 Dorfbewohner haben sich in Unterschriftenlisten eingetragen. Das sind 80 Prozent aller Wahlberechtigten. "Den Hauptverkehr durch das Hauptdorf zu leiten, vorbei an einem Kindergarten, ist für mich absolut unverständlich!", schimpft der ansässige Karl Wieser. Daniela Schafl springt ihm bei: "Wo man dann eigentlich drauf bedacht ist, dass an den Kindern möglichst wenig Verkehr vorbei geleitet wird, macht man den Bahnübergang zu und leitet den ganzen Verkehr hier am Kindergarten vorbei. Also, das ist für mich ein Unding!"

    Schon jetzt müssen die Autos in Hainsfarth mitten durchs Dorf fahren. Doch die Anwohner und der Bürgermeister befürchten, dass sie künftig abbiegen und direkt am Kindergarten vorbeimüssen, wenn der Bahnübergang dicht gemacht wird.

    Die BayernBahn will Bahnübergänge sicherer machen

    Andreas Braun, Chef der BayernBahn, der die Strecke gehört und die den Übergang schließen will, betont hingegen, welche Bedeutung das Vorhaben hat: "Wir haben hier mehrere Bahnübergänge, die die Fahrtzeiten der Züge verlängern, die die Fahrgeschwindigkeiten der Züge runterbremsen und dann natürlich die gesetzliche Forderung, dass wir Bahnübergänge generell sicherer machen sollen und müssen."

    Den BayernBahn-Chef stört die hitzige Diskussion in Hainsfarth: "Meinungen und 'vielleicht' und 'unter Umständen' und dies und jenes, das führt uns nicht weiter, wir brauchen Ergebnisse!" Dabei gibt es die schon. Das zuständige staatliche Bauamt in Augsburg hat in einer schriftlichen Stellungnahme schon vor Wochen klar gestellt: "Den Verkehr […] über das Ortsstraßennetz von Hainsfarth abzuleiten, ist aus unserer Sicht weder verkehrsgerecht noch ortsverträglich", so eine Sprecherin.

    Zwei weiteren Bahnübergänge in Hainsfahrt

    Heißt: Die zuständige Behörde hat gar nicht die Absicht, den Verkehr zum Hainsfahrter Kindergarten umzuleiten. Es gibt noch zwei weitere Bahnübergänge in Hainsfarth. Der Umweg: Minimal. Der dritte Bahnübergang könnte geschlossen werden und die Straße trotzdem erhalten bleiben – indem man sie nach dem Dorf in Richtung einer der anderen beiden Bahnübergänge verlängert zum Beispiel. Eine Machbarkeitsstudie ist in Arbeit.

    Doch die Fronten scheinen längst verhärtet: "Wir wollen einfach unsere drei Zugänge, die aus unserem Dorf rausgehen, einfach behalten, weil das einfach den Verkehr entzerrt und das hat sich einfach über Jahrzehnte bewährt!", sagt Bürgermeister Klaus Engelhardt. Klar ist: Wenn sich keiner bewegt, geht´s mit dem Ausbau des Bahnverkehrs auf dem Land wohl nur sehr langsam voran.

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