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Hauzenberg: Der Windparkstreit | BR24

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Seit Monaten herrscht in Hauzenberg und Umgebung Streit wegen eines geplanten Windparks. Am Abend informiert der Investor über den Windpark am Ruhmannsberg. Ein Verein ist gegen die Anlage und wird auf einer Kundgebung seine Argumente

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Hauzenberg: Der Windparkstreit

Seit Monaten herrscht in Hauzenberg und Umgebung Streit wegen eines geplanten Windparks. Am Abend informiert der Investor über den Windpark am Ruhmannsberg. Ein Verein ist gegen die Anlage und wird auf einer Kundgebung seine Argumente erläutern.

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Die BayWa r.e. will am Ruhmannsberg vier Windräder mit 160 Meter Nabenhöhe und 150 Meter Rotordurchmesser bauen. Die als Bürgeranlage gedachte Anlage soll Strom für etwa 8.000 Drei-Personen-Haushalte liefern. Der Investor hält das vorgesehene Gelände für "gut geeignet" für Windkraft. Die Anlage soll in einer vom Stadtrat beschlossenen Konzentrationszone 3 des rechtskräftigen Flächennutzungsplans entstehen. Bei der Veranstaltung am Abend sollen Bürger den aktuellen Planungsstand erfahren und Fragen stellen dürfen.

Widerstand: "Gegenwind am Ruhmannsberg"

Gegen das Projekt regt sich Widerstand. Der Verein "Gegenwind am Ruhmannsberg" fürchtet beispielsweise eine Zerstörung der Natur bzw. des Landschaftsbildes und hat Angst um die Gesundheit der Anwohner. Windkraftgegner Rainer Fisch:

"Die Anrainer wären nahe dran an den Windrädern und wir setzen sie einem sehr hohen Risiko durch Infraschall aus." Windkraftgegner Rainer Fisch

Michael Sterner, Energieexperte und Professor an der OTH Regensburg, hält dagegen:

"Der Infraschall ist unter der Hörschwelle. Eine Waschmaschine oder eine Wärmepumpe ist lauter bzw. hat mehr Infraschall als Windräder. Bei einem Abstand spätestens ab 800 Meter ist das alles vernachlässigbar." Energieexperte Michael Sterner
© BayWa r.e

Übersichtskarte der geplanten Windräder in Hauzenberg

Windräder - Auswirkungen auf den Tourismus?

Würden sich die Windkrafträder auf den Tourismus auswirken? Roswitha Uhrmann betreibt knapp zwei Kilometer vom geplanten Windpark entfernt einen gut gehenden Gasthof. Sie meint:

"Wenn die Windräder kommen, bin ich kaputt. Das weiß ich." Gasthofbetreiberin Roswitha Uhrmann

Hauzenbergs Bürgermeisterin Gudrun Donaubauer (parteilos/CSU) beschwichtigt. Wenn Windräder Auswirkungen auf den Tourismus hätten, müsste der Fremdenverkehr in Norddeutschland schon zum Erliegen gekommen sein.

Windkraft - ein umstrittenes Thema

Die Windkraftgegner führen viele weitere Aspekte ins Feld, unter anderem die mögliche Gefahr für das Trinkwasser, Arten- und Naturschutz, größere Waldflächen müssten gerodet werden. Die Meinungen dazu gehen weit auseinander. Windkraftgegner Johannes Steininger:

"Wir müssen uns überlegen, ob dieser Gigantismus in diesem Bereich sein muss. Wir müssen uns der Risiken durch Windkraftanlagen bewusst sein."

Professor Sterner ist anderer Meinung:

"Solche Diskussionen wie in Hauzenberg sind definitiv ein Wohlstandsphänomen. Dass man pauschal alles ablehnt, wenn es in meine Nähe kommt. Aber so funktioniert eine Gesellschaft einfach nicht." Energieexperte Michael Sterner