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© Simon Emmerlich / BR

Haustürspenden: Was ist erlaubt?

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Haustürspenden vor Weihnachten: Was ist erlaubt?

Weihnachtszeit ist Spendenzeit. Das wissen Organisationen, wie Rotes Kreuz, Johanniter Unfallhilfe oder Arbeitersamariterbund und schicken Mitarbeiter von Tür zu Tür. Sie kommen aber nicht mit der Sammelbüchse, sondern wollen Mitglieder gewinnen.

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Vergangene Woche klingelte es im Südwesten von München bei Andrea Zach an der Haustür. Ein Mann in Kleidung des Roten Kreuzes lädt sich in die Wohnung ein. Er will Zach dort erklären, was das Rote Kreuz macht und wie wichtig die Arbeit der Hilfsorganisation ist. Der Mann ist kein Betrüger. Tatsächlich ist es gängige Praxis vieler seriöser Hilfsorganisationen wie Rotes Kreuz, Arbeiter-Samariter-Bund oder Johanniter, über Haustürwerbung Mitglieder und damit Gelder zu generieren. Manchmal auch mit fragwürdigen Methoden:

"Ich hatte dann angenommen, dass es um eine einmalige Spende geht. Er hatte auch ein Tablet dabei, und ganz unten kurz vor Abschluss, habe ich gemerkt, dass es sich nicht um eine einmalige Spende, sondern um eine Art Mitgliedschaft handelt." Andrea Zach

Andrea Zach soll eine Fördermitgliedschaft abschließen, die beim Roten Kreuz in München bei 36 Euro im Jahr beginnt.

BRK will jüngere Spender werben

Für das Rote Kreuz ist die Haustürwerbung ein wichtiger finanzieller Faktor. Die geworbenen Mitglieder und ihre Beiträge versprechen mehr Planungssicherheit als Einzelspenden. In der heutigen Zeit tut sich das Rote Kreuz gerade bei jüngeren Menschen schwer, Unterstützung zu finden, sagt Sprecher Sohrab Taheri:

"Den größeren Teil unserer Fördermitglieder macht ganz klar der ältere Teil der Bevölkerung aus. Auch deshalb versuchen wir, mit dieser Art der Tür-zu-Tür-Werbung gegenzusteuern." BRK-Sprecher Sohrab Taheri

Einzelspenden in Form von Bargeld dürfen die Mitglieds-Werber an der Haustür nicht annehmen - aus Seriosität, schon alleine, um sie von kriminellen Nachahmern unterscheiden zu können. Doch beim Haustürabschluss lauern Fallen. Die Verbraucherzentrale Bayern warnt, dass Fördermitgliedschaften im Gegensatz zu anderen Haustürgeschäften nicht widerrufen werden können.

Externe Agenturen werben an Haustüren

Viele seriöse Organisationen räumen aber ein Rücktrittsrecht ein, wie auch das Rote Kreuz. Der Haken ist dabei immer: Die Werbeteams sind meist keine Mitarbeiter der Hilfsorganisationen oder Verbände, sondern Angestellte einer Agentur. Ein Teil des Mitgliedsbeitrags landet dann auch bei der Fundraising-Agentur. Geld, das eigentlich für den guten Zweck bestimmt war.

Und das Bezahlmodell der Agenturen führt oft zu Erfolgsdruck. Denn deren Werbeteams bekommen meist einen Mix aus Mindestlohn und Provision.

Rotes Kreuz will Transparenz

Druck ausüben dürfen die Werber an der Türe eigentlich dennoch nicht. Das versichert man auch beim Roten Kreuz. Man schule das externe Werbepersonal immer wieder. Dazu gehört auch, dass nicht verschwiegen werden darf, dass es bei einer Fördermitgliedschaft nicht um eine einmalige Spende geht, sondern um eine Art Abo.

Besser direkt bei der Hilfsorganisation Mitglied werden

Beschweren sollte man sich bei negativen Erfahrungen immer direkt bei der jeweiligen Organisation, für die geworben wird. Denn die bekommt sonst oft gar nicht mit, dass ihre externen Promotionsteams unangenehm auffallen.

Besser als an der Haustüre ist es, eine Mitgliedschaft direkt auf der Webseite des örtlichen Kreisverbands abzuschließen – ohne Agentur, die mitverdient. Generell bietet das Spendensiegel des DZI – des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen – gute Orientierung, wenn man spenden möchte.