Der unverdeckte Grabstein an einem Haus am Neupfarrplatz

Der unverdeckte Grabstein an einem Haus am Neupfarrplatz

Bildrechte: BR/Thomas Muggenthaler
    >

    Hausbesitzer macht jüdischen Grabstein wieder sichtbar

    Hausbesitzer macht jüdischen Grabstein wieder sichtbar

    Ein jüdischer Grabstein, der in der Mauer eines Regensburger Altstadthauses verbaut ist, wird wieder sichtbar: Der Hausbesitzer will die Abdeckung über dem Einzeldenkmal entfernen und kommt damit einer Aufforderung von Stadt und Denkmalschutz nach.

    Das Besitzer des Regensburger Hauses Neupfarrplatz 7 wird eine von ihm angebrachte Platte wieder entfernen, mit der er einen mittelalterlichen jüdischen Grabstein abgedeckt hat. "Auf Grund des Vorgehens der Stadt" habe er eingewilligt, die Platte zu entfernen, sagte der Hausbesitzer dem BR.

    Stadt drängte auf Sichtbarkeit

    Die Stadt Regensburg hatte darauf gedrängt, das Einzeldenkmal wieder sichtbar zu machen und ein denkmalrechtliches Verfahren eröffnet. Bis Jahresende hat der Hausbesitzer demnach Zeit, die Platte zu entfernen, wie die Stadt Regensburg mitteilt. Zu diesem Termin werde er die Verkleidung abnehmen, versicherte der Hausbesitzer.

    Auch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege hatte angemahnt, den Grabstein wieder sichtbar zu machen.

    Der sichtbare Grabstein und die Abdeckung darüber

    Bildrechte: BR/Thomas Muggenthaler

    Grabstein ist Einzeldenkmal

    Die jüdische Gemeinde Regensburg ist die älteste in Süddeutschland. Im Jahr 1519 wurden die Juden aus Regensburg vertrieben, die Synagoge und das Jüdische Viertel auf dem heutigen Neupfarrplatz abgebrochen.

    Geschändet und zerstört haben die christlichen Regensburger auch den großen jüdischen Friedhof mit rund 4000 Grabsteinen. Die Grabsteine wurden als Baumaterial verwendet, aber auch als Zeichen christlichen Triumphes sichtbar an Häusern verbaut.

    Hausbesitzer: Platte sollte Stein schützen

    Der Grabstein in der Toreinfahrt Neupfarrplatz 7 gilt als einer der besterhaltenen dieser Grabsteine in Regensburg. Der Hausbesitzer hatte erklärt, den Stein schützen zu wollen, aber die Denkmalbehörden über seinen Schritt nicht informiert.

    "Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!