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Haus Marteau in Lichtenberg: Granitsplitter für beste Akustik | BR24

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Der imposante Konzert-Stollen im Haus Marteau in Lichtenberg nimmt Gestalt an. Die tonnenschweren Granitsplitter im neuen Konzertsaal der Musik-Begegnungsstätte des Bezirks Oberfranken werden montiert. Sie sollen für eine besondere Akustik sorgen.

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Haus Marteau in Lichtenberg: Granitsplitter für beste Akustik

Der imposante Konzert-Stollen im Haus Marteau in Lichtenberg nimmt Gestalt an. Die tonnenschweren Granitsplitter im neuen Konzertsaal der Musik-Begegnungsstätte des Bezirks Oberfranken werden montiert. Sie sollen für eine besondere Akustik sorgen.

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Es ist Fingerspitzengefühl und volle Konzentration gefragt: Auf der Baustelle in Lichtenberg setzen die Ingenieure, Steinmetze und Schlosser aus dem Bayerischen Wald momentan das Konzept des preisgekrönten Architekten Peter Haimerl um. Wie bei einem Puzzlespiel montieren sie 32 verschiedene Granitsplitter mit Stahlketten und -haken an Decke und Wänden des neuen Konzertsaals am Haus Marteau. Die Herausforderung: Die Steinobjekte sind verkantet und ohne rechten Winkel.

Konzertsaal am Haus Marteau: ein einzigartiges Konzept

Der Bezirk Oberfranken freut sich auf dieses weltweit einzigartige Konzept. Solche Stein-Splitter seien bisher noch in keinem Konzerthaus zu finden. Die Granitobjekte an Decken und Wänden sind bis zu 13 Meter lang und wiegen bis zu sieben Tonnen. Gleichzeitig wirken sie sehr filigran.

Optisch und akustisch interessantes Konzerthaus

Architekt Peter Haimerl, der bereits mit Architekturpreisen ausgezeichnet wurde und unter anderem auch das preisgekrönte Konzerthaus von Blaibach im Bayerischen Wald entworfen hat, setzt die Granitsteine nicht nur ganz bewusst als aufsehenerregenden Blickfang ein, sondern auch ganz gezielt für die Akustik:

"Wir wollten ein Material, das den besten Klang hat. Und dafür ist Granit sehr gut geeignet. Das überrascht manche Menschen, die denken es müsste Holz sein." Peter Haimerl, Architekt

Konzertsaal greift Bergwerks-Tradition des Frankenwalds auf

Der Konzertsaal mit rund 80 Sitzplätzen wurde teilweise unterirdisch an die denkmalgeschützte Villa des deutsch-französischen Geigenvirtuosen Henri Marteau aus dem Jahr 1912 angebaut. Mit diesem stollenartigen Entwurf greift Architekt Haimerl auch die Bergwerks-Tradition des Frankenwalds auf. In der Nähe von Lichtenberg hat zum Beispiel auch Forscher Alexander von Humboldt gearbeitet.

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BR-Korrespondentin Annerose Zuber berichtet in der Bayern1-Sendung "Mittags in Franken", wie der neue Konzertsaal in Lichtenberg aussehen soll.

"Gigantische Chance" für Oberfranken

Der Bezirk Oberfranken nutzt das Haus Marteau bereits seit 1982 als Internationale Musikbegegnungsstätte. Jährlich ziehen die Meisterkurse rund 600 Nachwuchs-Künstlerinnen und -Künstler aus der ganzen Welt in das kleine Frankenwald-Städtchen Lichtenberg. Die Erweiterung und Sanierung kostet nach Angaben von Bezirksheimatpfleger Günter Dippold zwischen fünf und sechs Millionen Euro. Dafür entstehen neben dem Konzertstollen unter anderem auch vier zusätzliche, barrierefrei zugängliche, lichtdurchflutete Übungsräume.

"Ich denke, es ist eine gigantische Chance: Oberfranken als Kulturstandort herauszustellen und auch um deutlich zu machen, Kultur, auch Hochkultur ist nichts, was der Großstadt vorbehalten ist, sondern gehört genauso in den ländlichen Raum." Günter Dippold, Bezirksheimatpfleger Oberfranken

Voraussichtlich im Winter sollen die Erweiterungsarbeiten am Haus Marteau abgeschlossen sein. Und dann haben die Nachwuchs-Talente aus der ganzen Welt mehrmals im Monat ihre Auftritte im neuen Konzertstollen.

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