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Haus des Jugendrechts soll straffälligen Jugendlichen helfen | BR24

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Im Landkreis Neu-Ulm wollen Staatsanwaltschaft, Amtsgericht, Polizei und Jugendamt in Zukunft eng zusammenarbeiten: Das Projekt "Virtuelles Haus des Jugendrechts" soll straffälligen Jugendlichen langfristig und nachhaltig helfen.

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Haus des Jugendrechts soll straffälligen Jugendlichen helfen

Im Landkreis Neu-Ulm wollen Staatsanwaltschaft, Amtsgericht, Polizei und Jugendamt eng zusammenarbeiten, um straffälligen Jugendlichen nachhaltig zu helfen. Das Projekt "Virtuelles Haus des Jugendrechts" soll den Jugendlichen andere Wege aufzeigen.

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Die behördenübergreifende Kooperation "Virtuelles Haus des Jugendrechts" will sich mit jungen Menschen im Alter von 14 bis 20 Jahren aus dem Landkreis Neu-Ulm befassen, die mit schwerwiegenden Straftaten in Erscheinung getreten sind.

Auch Intensivtäter rücken in den Fokus. Im Einzelfall werden auch strafunmündige Kinder im Alter von 13 Jahren berücksichtigt, wenn sie bereits auffällig geworden sind und aus strafrechtlicher Sicht eine negative Entwicklung zu befürchten ist.

Virtuelles Haus des Jugendrechts: Schnellerer Austausch zwischen den Behörden

Ziel des "Virtuellen Hauses des Jugendrechts" ist es, den direkten Austausch der beteiligten Stellen zu vereinfachen. Informationen über die betroffenen jungen Menschen sollen schneller zwischen Staatsanwaltschaft, Amtsgericht, Polizei und Jugendamt ausgetauscht werden. "Je schneller die Reaktion erfolgt und Maßnahmen eingeleitet werden können, umso größer sind die Chancen, dem Jugendlichen vor Augen zu führen, was falsch an seinem Verhalten oder seiner Tat war", erklärt Thomas Mayer, Direktor des Amtsgerichts Neu-Ulm.

Auch die Polizei erhofft sich einen erzieherischen Mehrwert: "Wenn durch das schnelle Eingreifen und die schnelle gemeinsame Hilfe verhindert werden kann, dass ein Jugendlicher erneut straffällig oder zum Wiederholungstäter wird, dann haben wir alle gewonnen", sind sich die Vertreter der Polizei einig.

Straffällige Jugendliche sollen sich weiter entwickeln

"Die Kooperationspartner besprechen in regelmäßigen Fallkonferenzen die verschiedenen Einzelfälle", erläutert Bettina Ohorn, Leiterin des Fachbereichs Jugend und Familie. "Dabei entwerfen sie Handlungsstrategien, die individuell auf den Einzelnen abgestimmt sind." Das Augenmerk liege auf der Persönlichkeit und Entwicklung erheblich auffälliger Jugendlicher sowie auf eventuell problematischen Gruppenbildungen. Die Besprechung einzelner Straftaten oder Ermittlungen sind nicht das Ziel.

Die Treffen sollen alle drei Monate im Landratsamt Neu-Ulm stattfinden und werden vom Fachdienst Jugendgerichtshilfe des Landratsamts Neu-Ulm koordiniert. An den Treffen nehmen dann etwa Jugendrichter und Jugendstaatsanwälte teil, die mit straffälligen Jugendlichen zu tun haben.