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Haunstetten Südwest: Wie plant man eine Stadt vom Reißbrett? | BR24

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Wohnraum für 10.000 Menschen, 5.000 Arbeitsplätze und Bebauung auf einer Fläche von 200 Hektar: Das alles soll in Augsburgs neuem Stadtviertel Haunstetten Südwest entstehen.

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Haunstetten Südwest: Wie plant man eine Stadt vom Reißbrett?

Wohnraum für 10.000 Menschen, 5.000 Arbeitsplätze und Bebauung auf einer Fläche von 200 Hektar: Das alles soll in Augsburgs neuem Stadtviertel Haunstetten Südwest entstehen. Wie das gehen kann, erklärt Architekt Johannes Tovatt.

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Es ist Augsburgs größtes Städtebauprojekt der kommenden Jahrzehnte: Der Stadtteil Haunstetten soll wachsen, und zwar um 10.000 Menschen und 200 Hektar. Mit der Frage, wie das neue Viertel aussehen soll, haben sich neun Planungsbüros aus ganz Europa beschäftigt, über deren Entwürfe jetzt ein Preisgericht berät.

Johannes Tovatt: Architekt hinter der Wiener Seestadt

In der Jury sitzt mit Johannes Tovatt einer von Europas renommiertesten Stadtplanern. Auf ihn geht der Masterplan der Wiener Seestadt zurückt. Augsburg steht mit der Planung zu Haunstetten Südwest vor einer ähnlichen Herausforderung wie das Projekt in Wien: "Wie lassen sich Identität, Kultur, Lebenswert, Bedeutung dorthin bringen?" Das seien laut Tovatt die Kernfragen, wenn es darum geht, in einer solchen Größenordnung Lebensraum für Menschen zu planen.

Erweiterungsfläche so groß wie Monaco

Mit ihren Entwürfen müssen die Wettbewerbsteilnehmer "Menschen dort hinaus bringen". Aktuell wohnen in Haunstetten im Süden Augsburgs knapp 27.000 Menschen. Wachsen soll der Stadtteil in Richtung Südwesten, zwischen B17 und Stadtrand, und das auf einer Fläche so groß wie der Stadtstaat Monaco. Damit die Verbindung zum bestehenden Haunstetten funktioniert, hat die Stadt gemeinsam mit den Bürgern einen Maßnahmenkatalog ausgearbeitet, ein sogenanntes "Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept". Demnach sollen öffentliche Freiräume, Nahversorgung, Mobilität und soziale Einrichtungen in die Planung einbezogen werden.

"Wir wissen eigentlich seit tausenden Jahren, wie gute Städte funktionieren." Stadtplaner Johannes Tovatt.

Lebensräume, die eine Bedeutung für Menschen haben, Berührungspunkte mit der Natur bieten und Raum für soziale Kontakte schaffen – diese Prinzipien würden bleiben, auch in Zeiten des Wandels von Technologien und Mobilität etwa. Für eine so schnell wachsende Stadt wie Augsburg zu planen, sei nur im Team möglich: "Augsburg braucht dafür gute Partner." Von den Gewinnern des Wettbewerbs wünsche er sich, "dass sie mutig genug sind, zu zeigen, dass Stadtentwicklung kompliziert ist und man nicht alle Antworten im Voraus kennen kann."

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