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Hatespeech-Vorwurf: Partner wenden sich von "Sheepworld" ab | BR24

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Tasse des Geschenkeartikel-Herstellers "Sheepworld"

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    Hatespeech-Vorwurf: Partner wenden sich von "Sheepworld" ab

    "Sheepworld"-Gründer Hiltl hat unter anderem Sea-Watch-Kapitänin Rackete als "Schlepperin" bezeichnet. Zwei Geschäftspartner haben deswegen die Zusammenarbeit mit dem bayerischen Geschenkeartikel-Hersteller beendet. Das Unternehmen hat nun reagiert.

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    In fast jedem Geschenkeladen gibt es sie: Süße Schafe auf Tassen, Kissen, Postkarten, stets mit romantischen Sätzen wie "Ohne dich ist alles doof", "Du bist mein Lieblingsmensch" oder "Schön, dass es Dich gibt". Sie sind eine Schöpfung von "Sheepworld", einem Unternehmen aus dem oberpfälzischen Ursensollen.

    Diese positive Attitüde spiegelt sich für viele nicht im – inzwischen nicht mehr auffindbaren – Facebook-Account des "Sheepworld"-Gründers und -Geschäftsführers Tobias Hiltl wider.

    Fragwürdige Facebook-Posts des "Sheepworld"-Gründers

    Lange war sein Profil öffentlich. Er teilte nicht nur zahlreiche AfD-Posts, er schrieb von "Einwanderung assozialer Kulturen", dass in Deutschland der Sozialismus regiere oder dass Meinungsfreiheit nur erlaubt sei, "wenn sie links grün verseucht ist!". Häufig fanden sich Ergänzungen wie: "Und wenn hier jetzt irgendwelche honks denken, das wäre nazilie, ihr könnt mich mal!".

    Kürzlich reagierte er auch auf die Festnahme der Sea-Watch3-Kapitänin Carola Rackete: "Sieht so aus als würde die vor Libyen kreuzen und nur darauf warten bis Flüchtlinge kommen. Das ist wie auf Ernte warten um seinen Job zu rechtfertigen! Das ist echt ein Witz die Schlepperin und Menschenhändlerin unterstützende Rakete auch noch zu hofieren und ihre Tat für gut heißen."

    Partner beenden Zusammenarbeit mit "Sheepworld"

    Zwei Kooperationspartnern war das offenbar zu viel. Zunächst verkündete "Human Blood", dass es die Zusammenarbeit beendet. Auf seiner Homepage schrieb das Mode-Label: "Wir waren stolz, eine Firma die auf eine so lange und erfolgreiche Geschichte zurückblicken kann als Partner für unsere Marke gewonnen zu haben. Leider haben wir nicht gründlich recherchiert und nun durch aufmerksame Fans unserer Marke erfahren, dass der Gründer und Vorstand der Sheepworld AG Tobias Hiltl, auf seinem privaten Facebook-Profil gegen Flüchtlinge hetzt. Zuletzt auch gegen die Kapitänin der Seawatch 3".

    Und weiter: "Unsere Werte sind uns wichtiger als Gewinn und Profit". Den Gewinn aus der Kooperation mit "Sheepworld" wolle "Human Blood" ab sofort der Seenotrettung spenden. Die 3. Bürgermeisterin von Amberg, Brigitte Netta, schrieb auf Facebook zum Rückzug von Human Blood: "Herzlichen Dank für eure klare Haltung". Auch die Veranstaltungsagentur "Erlebnis Dobernigl" meldete sich und erklärte, dass sie Sheepworld schon im Januar aus ihrer Kundenkartei gelöscht hätte. Grund sei "das klare Bekenntnis der GF T.Hiltl zur AfD auf seiner FB-Seite."

    "Sheepworld"-Gründer reagiert auf Ankündigung von "Human Blood"

    Gegenüber "Onetz" (Amberger Zeitung) sagte "Sheepworld"-Gründer Hiltl, er sei weder Rassist oder Hetzer, noch ein Anhänger der AfD. Auf das Statement von "Human Blood" reagierte er dem Bericht zufolge mit den Worten: "Das ist mal echt konsequent. Gratuliere euch so konsequent andere Meinungen zu diskreditierten!" Und weiter: "Scheinbar passt auch eine andere, realistische Meinung nicht zu Euch, sprich alles außerhalb einer linken Meinung wird niedergetrampelt und vernichtet! So läuft das hier scheinbar. - Naja, ist halt so im linksgrünen Millieu! Toleranz gilt nur in eine Richtung!"

    "Human Blood" reagierte am Donnerstag wiederum auf die Antwort des "Sheepworld"-Gründers und erklärte auf Twitter: "Unser Abschiedsgeschenk ist, dass wir die noch im Lager befindlichen T-Shirts der @SEENOTRETTUNG zusenden, damit diese die Shirts Flüchtlingen geben kann, die sie brauchen."

    Stellungnahme von "Sheepworld"

    Inzwischen ist die Facebook-Seite von Hiltl nicht mehr auffindbar, was darauf schließen lässt, dass er sie entweder gelöscht oder sich auf der Plattform umbenannt hat. Das Unternehmen hat inzwischen mit einer Pressemitteilung auf die Auseinandersetzung reagiert.

    Darin heißt es: "Es tut uns leid, wenn die Äußerungen von Tobias Hiltl für Unmut bei Euch gesorgt haben. Wir möchten klarstellen, dass es sich um die privaten Meinungsäußerungen von Tobias Hiltl handelt und dies nicht die Position der SHEEPWORLD AG ist." Und weiter: "Wir stehen für Fairness und Vielfalt. Dabei lassen wir uns keinem politischen Lager zuordnen und das ist auch gut so. Unser Kanal ist deshalb auch keine geeignete Plattform für politische Auseinandersetzung in dieser Form. Bitte habt Verständnis dafür, dass wir politische Anfeindungen und Beleidigungen hier nicht dulden."

    Hiltl entschuldigt sich

    Inzwischen reagierte Hiltl auf Facebook: