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Hasenpest: Neuer Fund im Landkreis Dillingen | BR24

© picture alliance / Winfried Schäfer

Feldhase sitzt in der Wiese mit Morgentau (Archiv)

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    Hasenpest: Neuer Fund im Landkreis Dillingen

    Im Landkreis Dillingen an der Donau wurde zum zweiten Mal ein Feldhase positiv auf Tularämie getestet. Mit der sogenannte Hasen- oder Nagerpest können sich auch Menschen und Haustiere anstecken. Das Landratsamt mahnt erneut zur Vorsicht.

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    Das Landratsamt Dillingen hat bekannt gegeben, dass ein verendeter Feldhase in der Gemarkung Gottmannshofen, positiv auf Tularämie, der sogenannten Hasen- oder Nagerpest getestet wurde. Das Tier stamme aus demselben Revier, in dem bereits im vergangenen Jahr ein ähnlicher Fall nachgewiesen wurde.

    Bakterielle Erkrankung - Gefahr für Mensch und Tier

    Bei der Hasenpest handelt es sich um eine bakterielle Erkrankung, die vor allem bei wildlebenden Tieren vorkommt, sagte ein Sprecher des Landratsamtes dem BR. Neben Feldhasen können sich Kaninchen, Nagetiere, Wildwiederkäuer und sogar Vögel infizieren. Auch für Menschen besteht eine Ansteckungsgefahr. Es handle sich laut Angaben des Landratsamtes dann um eine sogenannte Zoonose, die eher selten vorkomme und mit grippeähnlichen Symptomen einhergehe.

    Unterschiedliches Krankheitsbild bei Tieren

    Das Krankheitsbild bei Tieren reicht von milden Formen mit lokaler Lymphknotenschwellung bis hin zu schwerwiegenden Allgemeininfektionen, so das Landratsamt Dillingen an der Donau. Insbesondere bei Hasen, Kaninchen und Nagetieren sind seuchenhafte Verläufe mit hoher Sterblichkeit bekannt. Betroffene Tiere magern ab, zeigen struppiges Fell, schwankenden Gang und werden teilnahmslos. Sobald die Tiere entkräftet sind, können sie ihre natürliche Scheu verlieren. Laut Landratsamt könnten Stechinsekten und insbesondere Zecken bei der Übertragung eine wichtige Rolle spielen.

    Ansteckung über Haut und Atemwege

    Die Ansteckung erfolge über Haut- und Schleimhautkontakt mit infektiösem Material und durch das Einatmen von kontaminiertem Staub. Daher wird empfohlen, Fleisch von Feldhasen vor dem Verzehr vollständig durchzugaren, den Kontakt mit toten Tieren zu vermeiden und unverzüglich das zuständige Jagdrevier zu verständigen. Um auch Haustiere vor einer Infektion zu schützen, empfiehlt das Dillinger Landratsamt ein konsequentes Anleinen von Hunden beim Spaziergehen.

    Infizierte Tiere auch in Unterfranken und der Oberpfalz

    Bereits Ende Mai dieses Jahres hatte das bayerische Gesundheitsamt bei einem toten Hasen die Erkrankung nachgewiesen, der im Regensburger Stadtteil Unterisling gefunden wurde. Spaziergänger und Hundebesitzer sollen auch hier keine Hasen berühren oder ihre Hunde in die Nähe von toten oder struppigen Hasen lassen. Wenige Tage später, im Juni 2019, wurden bei zwei toten Tieren im Landkreis Haßberg ebenfalls die Hasenpest nachgewiesen.