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Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger in der "Münchner Runde" im BR Fernsehen
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Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger in der "Münchner Runde" im BR Fernsehen

Schlaflose Nächte habe er nicht, aber er nehme die Entwicklung in Sachen Brexit sehr ernst. Bayerns Wirtschaftsminister und Freie Wähler-Chef Hubert Aiwanger bezeichnete sich in der Fernsehsendung "Münchner Runde" als Grundoptimist, der noch immer hofft, dass es am Ende nicht zu einem harten Brexit kommt.

"Und ich hoffe, dass einfach der Druck der Öffentlichkeit auf die Politiker wirkt, nach dem Motto: Ihr müsst uns jetzt irgendwo einen Weg weisen und könnt uns nicht ins kalte Wasser schmeißen. Ich bin ein Politiker, der immer auch die Stimmungen des Volkes mitnehmen muss und ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass die Parteien sagen: Wir steuern alle auf ein Chaos zu und wissen nicht, wie es weitergeht. Das würden die Bürger nicht akzeptieren." Hubert Aiwanger, bayerischer Wirtschaftsminister

Auch Gabriel Felbermayr vom ifo Institut in München geht davon aus, dass es letztlich irgendeine Art von Verständigung mit den Briten geben wird. Alles andere sei derart verantwortungslos und so unsinnig, dass es nicht für möglich zu halten sei.

Lösung um "fünf vor zwölf"?

Die Wirtschaftsjournalistin Carolin Roth prophezeite in der "Münchner Runde", dass man sich, wie im Fall von Griechenland, um "fünf vor zwölf" auf eine Lösung einigen werde, um den größten ökonomischen Schaden zu verhindern." Die Hauptleidtragenden werden nach Ansicht von Carolin Roth ohnehin die Briten sein.

"Man hat ja am Anfang davon gesprochen, dass es eine Win-win-Situation sein wird für Europa und auch für Großbritannien. Aber im Moment sieht es eher nach einer Lose-lose-Situation aus. Und vor allem wird der große Schaden bei Großbritannien sein." Carolin Roth, Wirtschaftsjournalistin

Sorge um kleine Unternehmen in Bayern

Eberhard Sasse, selbst Unternehmer und Präsident der IHK für München und Oberbayern, sorgt sich vor allem um unsere kleinen Unternehmen, von denen es fast eine Million im Freistaat gibt.

"Bayerische Mittelunternehmer, bayerische Familienunternehmer sind einiges gewohnt. Die werden das auch aushalten, aber das kostet einen Haufen Geld. Das kostet Personalkapazität, da müssen Millionen von Zollanmeldungen gemacht werden, Millionen von Ursprungszeugnissen ausgestellt werden."

Eberhard Sasse zufolge müsste ein Betrieb, der allein hundert Sendungen nach Großbritannien zu verkaufen hat, eine 40-Stunden-Kraft einstellen - allein für die Formalitäten, auch wenn diese voll digital erledigt werden.

Vereinigtes Königreich: viertgrößter Exportmarkt für Bayern

Das Vereinigte Königreich ist der viertgrößte Exportmarkt für die bayerische Wirtschaft. Exportiert werden vor allem Autos, Flugzeuge und Lederwaren.

Schon kurz nach dem Brexit-Referendum im Juni 2016 waren die Ausfuhren merklich zurückgegangen, denn das britische Pfund verlor danach rund 15 Prozent an Wert.