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Harman Straubing: Mit Druck und Investor Arbeitsplätze retten | BR24

© Harman

Fahnen vor dem Firmengebäude von Harman in Straubing

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Harman Straubing: Mit Druck und Investor Arbeitsplätze retten

Der Betriebsrat des Autozulieferers Harman in Straubing hat mit dem möglichen Investor telefoniert. Auch das Unternehmen will sich mit ihm treffen. Wird er das Werk kaufen und damit Arbeitsplätze retten? Das ist noch mehr als unsicher.

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Wie geht es mit dem internationalen Autozulieferer Harman in Straubing weiter? Über 600 Menschen bangen um ihre Arbeitsplätze. Kann ein Investor sie retten? Zumindest stehen Betriebsrat und Unternehmen mit einem möglichen Investor in Kontakt.

Geheimes Telefonat mit möglichem Investor

Der Harman-Betriebsrat hat am Montag mit dem möglichen Investor telefoniert. Das hat der Vorsitzende Thomas Hegewald dem Bayerischen Rundfunk bestätigt. Näheres wollte er nicht sagen. Nur so viel: "Auch heute hat es wieder eine Betriebsversammlung gegeben, auch die Agentur der Arbeit war vor Ort". Wer der mögliche Investor ist, unterliegt noch absoluter Geheimhaltung.

Auch Unternehmen hat Kontakt zu möglichem Investor

Auf Anfrage des BR hat eine Sprecherin des Autozulieferers Harman mitgeteilt, dass es seitens des Unternehmens einen Folgetermin mit dem möglichen Investor geben wird. Wann das sein wird, hat sie nicht gesagt. Bei dem Gespräch sollen "strategische Optionen erwogen werden".

Betriebsrat will weiter Druck aufbauen

Vor knapp einer Woche hatte es ein erstes Telefongespräch mit Vertretern von Harman und dem möglichen Investor gegeben. Dieser ist womöglich am Kauf des Werks am Standort Straubing interessiert und könnte Arbeitsplätze retten. Für die Übernahme braucht es aber das OK von Harman. Um das zu erreichen, will der Betriebsrat weiter Druck auf Harman ausüben. So hat beispielsweise die IG Metall am Montag erneut die Mitarbeiter der Spätschicht dazu aufgerufen, ihre Arbeit ab 16.30 Uhr anstatt um 21.15 Uhr niederzulegen.

Weitere Protestaktionen geplant

Am 26. Februar geht es in die nächste Verhandlungsrunde beim Sozialtarifvertrag. Hierbei sind wieder Protestaktionen geplant. Betriebsrat und IG Metall kritisieren vor allem den Umgang des Unternehmens mit den Mitarbeitern und die Art und Weise, wie Harman die Werksschließung bekanntgegeben hatte. Außerdem wird kritisiert, dass Harman keine Zahlen und Fakten nenne. Es gebe laut Hegewald keinen Vergleich, um wie viel billiger die Produktion in Ungarn im Vergleich zu Straubing sei.

Harman will Straubing noch dieses Jahr schließen

Das Unternehmen Harman hat vor rund einem Monat bekanntgegeben, sein Werk in Straubing noch in diesem Jahr schließen zu wollen - davon sind 625 Arbeitsplätze betroffen. Die Produktion soll aus Kostengründen nach Ungarn verlagert werden. Harman fertigt unter anderem Infotainment-Systeme für die Autobranche.

© BR

Es gibt Hoffnung für die Beschäftigten des Autozulieferers Harman in Straubing: Es wird womöglich von einem Investor übernommen. Doch sicher ist das noch nicht.

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