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Harman Straubing: Enttäuschung nach erster Verhandlungsrunde | BR24

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Die Harman-Mitarbeiter wollen nicht hinnehmen, dass der Automobilzulieferer sein Werk in Straubing schließt und mehr als 600 Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze verlieren. Heute gab's zur nächsten Verhandlungsrunde des Sozialtarifvertrags Warnstreiks.

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Harman Straubing: Enttäuschung nach erster Verhandlungsrunde

Die erste Verhandlungsrunde um einen Sozialplan für die Mitarbeiter des Harman-Werks in Straubing ist ergebnislos verlaufen. Das Werk mit über 600 Mitarbeitern soll noch dieses Jahr geschlossen werden.

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Enttäuschung in der ersten Sozialtarifverhandlung mit Vertretern von IG Metall, Betriebsrat und dem internationalen Autozulieferer Harman. Nur knapp zwei Stunden haben die ersten Verhandlungen gedauert. Sie blieben ohne Ergebnis. Das bedeutet: In Straubing wird weiter gegen die Werksschließung protestiert.

Betriebsrat: "Gegenangebot so weit weg"

Thomas Hegewald, der Betriebsratsvorsitzende bei Harman, sagte dem Bayerischen Rundfunk: "Der Arbeitgeber hat - nachdem wir letztes Mal unsere Forderungen vorgelegt haben - ein Gegenangebot unterbreitet, das so weit weg ist und überhaupt keinen Kompromiss darstellt. Wir wollen anständig entschädigt werden für die jahrelange Arbeit und für den Verlust des Arbeitsplatzes. Wenn sich Harman ein Budget vorgenommen hat, ist das sein Ding das aufzustocken - wir werden fordern, was uns am Ende auch zusteht." Jetzt seien laut Hegewald vor allem die Mitarbeiter von Harman gefordert, wie es weiter geht.

Weitere Demos und Streiks geplant

Künftig sollen sie bei den Mitgliedsversammlungen mit der IG Metall dabei sein und die nächsten Schritte bei den Verhandlungen besprechen. Der Betriebsrat hat auch für die weiteren Verhandlungen Demos und Streiks geplant. Die Mitarbeiter, wie Franz Neuberger, sind wütend auf ihren Noch-Arbeitgeber: "Es ist eine reine Hinhaltetaktik und reine Verarscherei von Harman. Die nächsten Wochen werden wir genauso Angst und Bedenken haben. Es gibt viele Leute, die am Existenzminimum leben. Man könnte weinen."

© BR/Sarah Beham

Enttäuschung in der ersten Sozialtarifverhandlung mit Vertretern von IG Metall, Betriebsrat und dem internationalen Autozulieferer Harman. Nur knapp zwei Stunden haben die ersten Verhandlungen gedauert. Sie blieben ohne Ergebnis.

Parallele Gespräche mit möglichem Investor

Heute haben rund 400 Mitarbeiter vor dem Straubinger Werk rund vier Stunden lang demonstriert und die Tarifverhandlungen begleitet. Damit wollten sie ein Zeichen setzen: "So nicht mit uns". Redner aus Politik und anderen regionalen Betrieben haben ihre Solidarität gezeigt und deutlich gemacht: "Gebt nicht auf!" Wie es vom Betriebsrat heißt, finden parallel immer noch Gespräche mit einem möglichen Investor statt, der das Straubinger Werk wohl kaufen möchte und damit Teile der Belegschaft übernehmen könnte.

Produktion wird nach Ungarn verlegt

Seit Ende Januar gab es schon mehrere Protestaktionen. Unter anderem hatte der Betriebsrat dazu aufgerufen, die Nachtschicht früher zu beenden. In Straubing geht es um 625 Arbeitsplätze. Die Produktion der Infotainment-Systeme für die Autobranche soll aus Kostengründen nach Ungarn verlagert werden.

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