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Happy End? Tiergarten will Löwenliebe auf die Sprünge helfen | BR24

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Das Schicksal des Löwen Subali im Nürnberger Tiergarten bewegt gerade ganz Bayern. Denn obwohl sich das Löwenpaar im Tiergarten super versteht - Nachwuchs ist noch keiner da.

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Happy End? Tiergarten will Löwenliebe auf die Sprünge helfen

Das Nürnberger Löwenschicksal bewegt ganz Bayern: Der Tiergarten lässt derzeit prüfen, ob Subali zeugungsfähig ist. Wenn nicht, droht seine Tötung. Tierpfleger versuchen deshalb nun, der Löwenliebe auf die Sprünge zu helfen.

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Von
  • Ina Schwandner

Tierpflegerin Alexandra Hoffmann säubert das Löwengehege. Sie sucht dabei nach den Hinterlassenschaften der Tiere. Denn auch wenn Kot aufsammeln zu den normalen Aufgaben von Tierpflegern gehören, dieser Kot ist jetzt dann doch was besonderes. Denn er kann etwas über den Hormonhaushalt der Tiere verraten. Zwei Mal die Woche nimmt Hoffmann nun davon Proben, friert diese ein und schickt sie dann an die Universität Wien. Dort erstellen Experten über mehrere Monate ein Hormonprofil der Tiere, das Aufschluss darüber geben soll, ob Subali und Aarany Nachwuchs bekommen können oder nicht.

Über Tötung des Löwen nachgedacht

Das Löwen-Schicksal bewegt gerade ganz Bayern. Denn obwohl sich das Löwenpaar im Tiergarten sehr gut versteht, sind noch keine Jungtiere da. Weil Löwendame Aarany deutlich jünger ist, geht man im Tiergarten davon aus, dass das am 14 Jahre alten Männchen Subali liegt. Die Zucht und damit die Erhaltung der seltenen asiatischen Löwen ist aber die Aufgabe von Zoos. Deshalb stecke der Tiergarten in einem Dilemma des Artschutzes, so Direktor Dag Encke. Was tun mit einem zeugungsunfähigen Tier? Weil Subali einen wertvollen Platz wegnimmt, hat Encke sogar über die Tötung des Löwen nachgedacht. Doch soweit ist es noch lange nicht.

Löwentraining hinter den Kulissen

Seit zwei Jahren sind die beiden Großkatzen in Nürnberg und seitdem arbeitet Alexandra Hoffmann mit ihnen. Gerade trainiert sie täglich mit Subali, dass der sich irgendwann einmal ohne Murren Blut abnehmen lässt. Dafür muss Subali in einer extra Trainings-Box seine Tatze durch eine kleine Ausbuchtung in den Gitterstäben stecken. Zur Belohnung schiebt ihm Hoffmann, ebenfalls durch die Gitterstäbe saftige Fleischbrocken ins Maul. Der Löwe kommentiert die Übung mit lautem Brummen und macht gut mit. Hoffmann kennt die Großkatze inzwischen gut.

"Subali, das ist so ein herzerwärmender Löwenkater, der ist so freundlich, er erzählt immer was. Er ist ein umgänglicher netter Kerl." Tierpflegerin Alexandra Hoffmann

Löwen mit wertvollem Genmaterial

Die Tierpflegerin hofft, dass es mit dem Löwennachwuchs doch bald klappt, nicht nur weil die beiden asiatischen Löwen wertvolles Genmaterial besitzen, das für den Erhalt ihrer seltenen Art so wichtig ist. "Ich stell mir das schon bildlich vor, wenn die Kleinen dann beim Subali auf dem Kopf rumturnen. Löwen ziehen ihre Jungen ja gemeinsam groß. Er wär bestimmt ein sehr guter Papa,“ erzählt Alexandra Hoffmann.

© BR-Studio Franken/Schwandner

Nürnberger Tiergarten - Raubtierhaus

Abstand sorgt für Löwenleidenschaft

Auch für Aarany, die inzwischen fast vier Jahre alt ist, wäre es der erste Wurf. Damit es endlich klappt, hält der Tiergarten die beiden Löwen gerade getrennt. Die Tierpflegerin hofft, dass das Weibchen so eine größere Sehnsucht nach dem Männchen entwickelt und sich damit ihre Empfängnisbereitschaft erhöht.

"Man muss sich das so vorstellen, wie wenn man verheiratet ist und sich mal drei Monate nicht sieht. Ich glaube, dann ist die Sehnsucht schon sehr groß. Und das ist jetzt mein Plan mit den beiden Katzen, dass es vielleicht so besser funktioniert." Tierpflegerin Alexandra Hoffmann

Happy End mit Löwenbabys?

Alexandra Hoffmann tut also viel dafür, dass doch irgendwann kleine Löwen durch das Gehege streunen. Dabei bleibt sie aber realistisch. Dass auch lieb gewonnene Tiere irgendwann gehen müssen oder sterben können ist ihr klar. Dass man Subali einschläfert, nur weil er keinen Nachwuchs zeugen kann, ist für sie aber unvorstellbar: "Wenn es so kommen sollte, dann wär das für uns Tierpfleger natürlich schon schrecklich. Aber ich glaube auch nicht, dass man den Löwen aus diesem Grund einschläfern wird.“ Im Gegenteil: Alexandra Hoffmann glaubt an ein Happy End mit vielen kleinen Löwenbabys für Subali und Aarany.

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