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Happy End: Stier Ferdinand in Sicherheit | BR24

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Glückliches Ende einer dramatischen Flucht - Stier Ferdinand wurde eingefangen und darf von nun an auf einem Gnadenhof leben.

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Happy End: Stier Ferdinand in Sicherheit

Der vor über zwei Wochen ausgebüxte Stier Ferdinand ist in Sicherheit. Wie der Gnadenhof "Erdlingshof" dem BR bestätigt hat, konnte das weiße Rind in einem Wald bei Wegscheid im Kreis Passau gefangen werden. Eine dramatische Flucht geht zu Ende.

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Ende März war Stier Ferdinand vor der Schlachtbank geflohen und seitdem in einem Wald im Kreis Passau verschwunden. Mit Lockrindern wurde nach ihm gesucht. Jetzt konnte das elf Monate alte Charolais-Rind in einem Wald bei Wegscheid gefangen und in Sicherheit gebracht werden. Am Ende war Ferdinands Flucht noch dramatisch.

Ultimatum beunruhigte Tierschützer

Laut Johannes Jung vom Gnadenhof "Erdlingshof" in Kollnburg (Lkr. Regen) sei der Fangtrupp unter großem Druck gestanden. "Die Gemeinde Wegscheid hat uns ein Ultimatum gestellt und gedroht, den 300 Kilogramm schweren Stier zu erschießen, wenn wir ihn nicht bis morgen (16.4.) gefangen hätten. Angeblich war er eine Gefahr für den Straßenverkehr. Wir sehen das anders, haben uns aber dann verstärkt auf die Suche gemacht." Mit Erfolg: Der Fangtrupp habe den Jungstier am Abend entdecken und mit einem Betäubungsgewehr auf ihn schießen können. Ferdinand sei dann in den Wald geflüchtet.

© Erdlingshof

Der ausgebüxte Ferdinand im Wald

© Erdlingshof

Die Tierärztin schießt mit einem Betäubungsgewehr auf den entlaufenen Stier

© Erdlingshof

Hier ist das neue Zuhause von Jungstier Ferdinand: Im Gnadenhof "Erdlingshof" in Kollnburg

Die Tierschützer verfolgten den Stier, bis er schließlich entkräftet aufgab und in einen Hänger verladen werden konnte. Mittlerweile ist Ferdinand auf dem "Erdlingshof" untergebracht.

„Es geht ihm sehr gut und wir haben ihm auch einen GPS-Sender verpasst. Für den Fall, dass er noch einmal wegrennen sollte." Johannes Jung vom "Erdlingshof"

Gemeinde: "Erschießen als letztes Mittel"

Die Gemeinde Wegscheid wehrt sich gegen den Vorwurf, sie hätte Ferdinand ohne Grund erschießen wollen. Man habe aus Haftungsgründen schnell handeln müssen, sagte Lothar Venus (CSU), der heute die Amtsgeschäfte als Bürgermeister übernommen hat.

"Wenn der Stier nicht bis morgen hätte eingefangen werden können, hätten wir uns auf die Suche gemacht. Ferdinand hätte mit seinen 300 Kilo durchaus eine Gefahr für den Straßenverkehr werden können." Lothar Venus, geschäftsführender Bürgermeister von Wegscheid

Oberstes Ziel sei gewesen, das Rind lebend einzufangen. Erschießen sei das letzte Mittel gewesen.

Vorwürfe des Bürgermeisters: Publicity Aktion

Bürgermeister Venus warf den Mitarbeitern des "Erdlingshofes" vor, sie hätten die Fangaktion aus Publicity-Gründen bewusst verzögert. Es hätte in den letzten Tagen mehrere Möglichkeiten gegeben, das Tier zu betäuben und einzufangen, kritisiert Venus.

Wie dem auch sei: Ferdinands Flucht ist mit einem Happy End zu Ende gegangen: Er war am 30. März zu einem Metzger zur Schlachtung gebracht worden. Hier gelang ihm die Flucht aus der Tötungsbox. Der weiße Stier rannte in ein nahe gelegenes Waldstück. Mitarbeiter vom "Erdlingshof" kauften das Tier und starteten mit zwei Lockrindern eine über zwei Wochen dauernde Fangaktion.

© Erdlingshof

Happy End im Stall: Ferdinand hat bereits einen neuen Freund namens Ben gefunden

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