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Hanta-Virus in Bayern weiter auf dem Vormarsch | BR24

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Im südlichen Bayerischen Wald sowie in Unterfranken breitet sich das Hanta-Virus weiter aus. Allein im Landkreis Freyung-Grafenau wurden bisher fast 70 Fälle registriert. Besonders hoch ist die Ansteckungsgefahr bei Arbeiten im Schuppen oder Garten.

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Hanta-Virus in Bayern weiter auf dem Vormarsch

Im südlichen Bayerischen Wald sowie in Unterfranken breitet sich das Hanta-Virus weiter aus. Allein im Landkreis Freyung-Grafenau wurden bisher fast 70 Fälle registriert. Besonders hoch ist die Ansteckungsgefahr bei Arbeiten im Schuppen oder Garten.

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Das Hanta-Virus breitet sich weiter im südlichen Bayerischen Wald aus. Im Landkreis Passau sind dieses Jahr schon fast 30 Fälle aufgetreten, vergangenes Jahr gab es keinen einzigen. Das Gesundheitsamt im Landkreis Freyung-Grafenau registrierte bis Mitte August fast 70 Fälle. Auch in Unterfranken sind Fälle des Hanta-Virus verzeichnet worden. Wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit dem Bayerischer Rundfunk bestätigte, sind dort allein für dieses Jahr 216 Fälle gemeldet worden. Zum Vergleich waren es im gesamten letzten Jahr 2018 nur 13 Fälle, die an die Ämter gemeldet wurden.

589 Erkrankungsfälle bundesweit im ersten Halbjahr

Insgesamt gab es laut dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit letztes Jahr in ganz Bayern nur 31 gemeldete Hanta-Virus-Erkrankungen. Dass 2019 ein starkes Hanta-Virus-Jahr ist, bestätigt auch das Robert Koch-Institut (RKI). Im ersten Halbjahr wurden demnach bundesweit 589 Erkrankungsfälle gemeldet. Ganz ungewöhnlich seien solche Huntavirus-Wellen nicht, sagte Walter Wifling, Leiter im Gesundheitsamt Passau, dem BR. Alle zwei, drei Jahre gebe es ein vermehrtes Aufkommen.

Rötelmäuse als Hauptüberträger

Hauptüberträger von Hanta-Viren sind die Rötelmäuse, die sich derzeit wegen des großen Nahrungsangebotes stark vermehren und ausbreiten. Viren von infizierten Nagetieren bleiben über Speichel, Urin und Kot infektiös. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt meist durch das Einatmen von aufgewirbeltem Staub, durch den Kontakt von verletzter Haut mit kontaminiertem Material, durch Bisse oder infizierte Lebensmittel. Ansteckungsgefahr herrscht daher vor allem bei Holz- und Gartenarbeiten beziehungsweise beim Aufräumen von Schuppen und Garagen. Waldspaziergänger oder Jogger sind dagegen kaum gefährdet.

Grippeähnliche Symptome

Bei den meisten mit dem Hanta-Virus Infizierten verläuft die Infektion unbemerkt. Nur etwa jeder zehnte Fall führt zu grippeähnlichen Symptomen mit Fieber, Schüttelfrost, Glieder- und Kopfschmerzen, Erbrechen und Durchfall. In seltenen Fällen kann es auch zu einem Nierenversagen kommen.

Keine Übertragung von Mensch zu Mensch

Um eine Ansteckung zu verhindern sollte man bei Arbeiten im Schuppen oder im Garten einen Mundschutz und Handschuhe tragen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch oder über Haustiere gilt als ausgeschlossen. Impfstoffe stehen aktuell nicht zur Verfügung, heißt es aus dem Freyunger Landratsamt.

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