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Seit Monaten sitzen die meisten Schülerinnen und Schüler zuhause und Sportunterricht am Computer gibt es eher selten. Zwei Lehrer aus Coburg haben deshalb eine App entwickelt, damit die Jugendlichen trotz Corona fit bleiben.

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Handy statt Turnhalle: Coburger Lehrer entwickeln Sport-App

Der Sportunterricht an Bayerns Schulen fällt während der Corona-Pandemie größtenteils aus. Um die Schüler fit zu halten, haben zwei Sportlehrer aus Coburg eine App entwickelt.

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Von
  • Richard Padberg

Paul sitzt zuhause an seinem Schreibtisch und erledigt mit einem Tablet seine Deutsch-Hausaufgaben. Der Zehnjährige geht seit diesem Schuljahr in die fünfte Klasse der Rückert-Mittelschule in Coburg. Sport ist sein Lieblingsfach, doch seit seinem Wechsel auf die neue Schule im vergangenen Jahr hatte er noch keinen Sportunterricht. Die Turnhalle der Schule kennt er nur von außen. Das fehlt dem sportbegeisterten Schüler, das ständige Rumsitzen daheim nervt.

Coburger Sportlehrer entwerfen kostenlose Sport-App

So kann es für die vielen Schülerinnen und Schüler nicht weitergehen, dachte sich Lehrer Tim Baumann. Wie es sich für einen Sportlehrer gehört, kam ihm zuhause beim Sporteln eine Idee: Wie wäre es, wenn die Kinder und Jugendlichen mit einer App in Bewegung bleiben können? Onlinevideos und Apps zum Sportmachen gibt es viele, jedoch muss man sich für diese Angebote oft registrieren und Geld bezahlen. Die Idee einer eigenen App war geboren.

Kleine Videos und einfache Übungen als Konzept

Die Idee zur App fand auch Sportlehrerin Nadine Kaiser gut. Zusammen entwickelten die beiden ein Konzept: Kleine Videos mit Sport- und Yogaübungen sollen die Kinder in Bewegung halten. Kniebeugen, Sit-ups oder Arme halten, die Übungen sind einfach und leicht nachzumachen. Technische Unterstützung bei der Umsetzung der App erhalten die beiden kreativen Lehrkräfte von einem jungen Programmierer aus Freiburg. Die App funktioniert auch offline, braucht wenig Speicherplatz und erhebt keine Nutzerdaten.

App kommt dank einfacher Bedienung gut an

Die "Rückert Fit!"-App kommt gut an. Inzwischen ist sie fast tausend Mal heruntergeladen worden. Die Bedienung ist einfach, für Paul in seinem Zimmer kinderleicht. Nach den Hausaufgaben startet er auf seinem Smartphone regelmäßig die App, schaut sich kurz die Videos an und macht die verschiedenen Übungen dann nach. Die App sei ein guter Ersatz für den Sportunterricht, sagt der Fünftklässler.

Sportlehrer wollen Angebot noch ausbauen

Die beiden Sportlehrer Nadine Kaiser und Tim Baumann wollen die App noch weiter ausbauen und nach und nach weitere Übungen einstellen. Auch in der Zeit nach dem Homeschooling soll sie im Sportunterricht zum Einsatz kommen. Für Schulleiter Norbert Trütschel ist die App der Beweis, dass die Digitalisierung an den Schulen vorangeht.

Der Schulleiter ist stolz auf seine beiden Lehrkräfte, die viel Zeit in das Projekt investiert hätten. Trütschel selbst habe die Übungen auch schon ausprobiert, mit Erfolg: Seine Schulterschmerzen seien schon deutlich besser geworden, erzählt er.

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Um die Schüler fit zu halten, haben zwei Sportlehrer aus Coburg eine App entwickelt.

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