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Nach Messerangriff im Job-Center in Psychiatrie | BR24

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Im März 2019 stürmte ein Mann ein Job-Center in Bayreuth. Bewaffnet mit einem Messer verletzte er drei Menschen. Das Landgericht Bayreuth hat heute das Urteil für den mehrfach vorbestraften Mann verkündet.

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Nach Messerangriff im Job-Center in Psychiatrie

Der Mann, der im Frühjahr im Bayreuther Job-Center drei Personen mit einem Messer verletzt hat, ist wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen worden. Er wird in der Psychiatrie untergebracht. Er sei "gefährlich für die Allgemeinheit", so der Richter.

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Das Urteil des Landgerichts Bayreuth um einen Mann, der im Frühjahr 2019 im Bayreuther Job-Center drei Personen mit einem Messer verletzt hat, lautet Freispruch. Allerdings wird der Verurteilte (weiterhin) in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Er sei, so der Richter, "gefährlich für die Allgemeinheit".

Messerstecher im Job-Center Bayreuth ist schuldunfähig

Damit schließt sich das Gericht den Anträgen von Staatsanwaltschaft, Vertretung der Nebenkläger und Verteidigung an. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann seine "rechtswidrige Tat im Zustand der Schuldunfähigkeit" vollzogen habe. Laut Sachgutachten leidet der Verurteilte schon seit Jahren an einer krankhaft-seelischen Störung, einer "paranoid-halluzinatorischen Schizophrenie". Diese bewirke Angstzustände, Verfolgungsideen und Gewaltfantasien.

Auch zum Zeitpunkt der Tat im Job-Center Bayreuth war die Schizophrenie aktiv. Deshalb, so die Ausführungen des Richters weiter, kann der Angeklagte nicht schuldig gesprochen werden, da er strafrechtlich nicht für seine Tat verantwortlich ist.

Job-Center hatte Täter Leistungen gekürzt

Das Job-Center hatte dem 38-Jährigen Leistungen gekürzt, weil er seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen war. Um erneute Leistungen zu beziehen, musste er verschiedene Dokumente im Job-Center einreichen. Das wollte er am 6. März 2019 (Aschermittwoch) gegen Mittag tun.

Beim Besuch im Job-Center hatte er, so die Ausführungen des Gerichts, "wie immer" ein Messer mit einer zwölf Zentimeter langen Klinge und ein Klappmesser mit einer neun Zentimeter langen Klinge in seinem Rucksack dabei. Im Wartezimmer überkam den 38-Jährigen dann der Frust über seine derzeitige Lage und er fasste den Beschluss, seiner Wut Ausdruck zu verleihen und einen Unschuldigen zu verletzen.

Drei Mitarbeiter mit Messer verletzt

Dann stürmte er in ein offenes Büro gegenüber des Wartezimmers und stach auf einen Mitarbeiter ein, fügte ihm Schnittverletzungen an Oberschenkel und Ellenbogen zu. Zwei weitere Mitarbeiter im Raum versuchten den Angreifer von seinem Opfer wegzuhalten. Auch sie wurden verletzt. Schließlich gelang es, den Angreifer in ein danebenliegendes Büro zu drängen. Von dort verließ er das Job-Center, doch ein weitere Mitarbeiter folgte ihm, so dass die Polizei den Angreifer in unmittelbarer Nähe festnehmen konnte.

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Der Mann, der im Frühjahr im Bayreuther Job-Center drei Personen mit einem Messer verletzt hat, ist freigesprochen worden. Allerdings wird der Verurteilte in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Er sei "gefährlich für die Allgemeinheit".