Das Neuburger Parkbad öffnet trotz der hohen Gaspreise, allerdings erst ab November und das Angebot ist eingeschränkt.

Bildrechte: Susanne Pfaller
  • Artikel mit Audio-Inhalten
>

Öffentliche Hallenbäder im Raum Ingolstadt

Öffentliche Hallenbäder im Raum Ingolstadt

Energiesparen - das Thema in diesen Tagen: Die Kommunen in Bayern beschäftigen sich dabei auch mit den Hallenbädern. In der Region Ingolstadt hat man geprüft, in welchem Umfang man Schwimm- und Badevergnügen anbieten kann.

Im Babybecken im Pfaffenhofener Gerolsbad füllen und leeren die Kleinen fröhlich ihre Gießkannen. Sie planschen unermüdlich im 35 Grad warmen Wasser - und werden das auch weiterhin tun können, denn das Gerolsbad betreibt all seine Innenbecken trotz der Energiekrise wie gewohnt weiter. Im Sportbecken hat es 26,5 Grad, und das Familienbecken bringt es auf 31,5 Grad. Dort wird auch in dieser Saison an mehreren Tagen Aquafitness angeboten. Denn das Bad hat einen großen Vorteil: Es wird mit Fernwärme beheizt.

Unveränderte Wassertemperaturen dank Fernwärme

Fernwärme macht's möglich: So lautet die Devise auch in Ingolstadt. Dort wie in Pfaffenhofen sind die Hallenbäder aktuell geöffnet und sollen es auch den Winter über bleiben. Das betonen die Sprecher der beiden Städte – und sie versichern: Auch an den Temperaturen in allen Innen-Becken ändert sich nichts.

Pfaffenhofen spart trotzdem Energie

Energie gespart wird in Pfaffenhofen trotzdem – und zwar im Außenbereich. Der bleibt in dieser Saison komplett geschlossen. Dafür betreibt das Gerolsbad seine beiden Saunen weiter. Im Sportbad in Ingolstadt hat das Sportbecken unverändert eine Wassertemperatur von 28 Grad. Das Nichtschwimmer-Becken ist 31 Grad warm. Allerdings behält sich die Stadt vor, dass "mit Blick auf die weitere Entwicklung eine schrittweise Absenkung der Temperaturen möglich" sei. Geplant ist das derzeit aber nicht.

Donautherme in Ingolstadt öffnet wohl vor Weihnachten

In Ingolstadt fehlt aktuell das gewohnte Angebot für Familien und Wellnessfreunde. Diese Bedürfnisse deckt das Sportbad nicht ab. Dafür gibt es in Ingolstadt eigentlich die Donautherme, doch die ist seit Jahren außer Betrieb. Nicht wegen der Energiekrise - auch die Donautherme hängt an der Fernwärme - sondern weil seit Jahren saniert wird. Die Baumaßnahmen haben sich mehrfach verzögert – jüngst wegen der Lieferengpässe bei Baumaterialien. Allerdings hoffen die Betreiber, dass die Therme noch vor den Weihnachtsferien öffnen kann.

Hallenbäder in ganz Bayern ein Thema

Überall in Bayern beschäftigen sich die Städte und Kommunen mit dem Thema Energiesparen. "Hallenbäder sind überall ein riesiges Thema", bestätigt ein Sprecher des Städte- und Gemeindebunds auf BR-Anfrage. Zahlreiche Kommunen werden ihre Sport- und Hallenbäder über den Winter ganz oder eingeschränkt öffnen, schätzt der Sprecher. Vielerorts werden wohl die Wassertemperaturen gesenkt. Konkrete Zahlen gibt es dazu keine, denn die Bäder liegen vollständig in kommunaler Hand und seien keine Pflichtaufgabe, so der Sprecher. Wo es die Haushaltslage hergibt, wird man sie über den Winter öffnen. "Aber jede Gemeinde muss da für sich kalkulieren", so der Sprecher. Lediglich dort, wo schulischer Schwimmunterricht als Teil des Lehrplans stattfindet, muss das Bad geöffnet werden. Hauptthema in dieser Zeit sei bei den Gemeinden laut Städte- und Gemeindetag: "Sparen, wo es möglich ist".

Parkbad in Neuburg hängt am Gas und speckt Angebot ab

In Neuburg an der Donau fiel es dem Werkausschuss des Stadtrats besonders schwer, das örtliche Hallenbad auch bei den steigenden Energiepreisen zu öffnen. Anders als in Ingolstadt und Pfaffenhofen muss das Parkbad in Neuburg mit Gas heizen. Das treibt die Energiekosten um mehrere Hunderttausend Euro in die Höhe und belastet entsprechend die Stadtkasse. Aus diesem Grund wollte der Werkausschuss des Neuburger Stadtrats die kommenden Hallenbad-Saison eigentlich komplett ausfallen lassen. In dieser Woche fiel jedoch die Entscheidung, das Hallenbad doch zu öffnen, wenn auch in deutlich abgespeckter Form. Also kein Außenbecken, kein Rutschturm und eine um zwei Grad niedrigere Wassertemperatur. Außerdem öffnet das Hallenbad erst im November.

Öffnung des Neuburger Parkbads macht Donauschwimmen möglich

Für die Neuburger ist die Entscheidung für das Hallenbad in vielerlei Hinsicht wichtig: Die Schulklassen und die Sportvereine können trainieren. Die Öffnung des Parkbads wird sogar international beachtet. Zum einen kann so das weithin bekannte Wasserballett "Donaunixen" weiter für Wettkämpfe üben. Zum anderen ist ohne das Parkbad auch Europas größtes Donau-Schwimmen nicht durchführbar. Traditionell Ende Januar kommen dafür Tausende Schwimmer nach Neuburg. Die schwimmen zwar in der Donau. Doch danach geht es ins Parkbad – zum Duschen und zum Aufwärmen.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!