BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Hallenbad abreißen oder alles nochmal durchrechnen? | BR24

© BR

Abrissbirne

Per Mail sharen
Teilen

    Hallenbad abreißen oder alles nochmal durchrechnen?

    Über einen Abriss oder eine mögliche Sanierung des Hallenbads von Münnerstadt im Landkreis Bad Kissingen können jetzt die Münnerstädter im Rahmen eines Bürgerentscheids abstimmen. Von Norbert Steiche.

    Per Mail sharen
    Teilen

    Die 6.282 wahlberechtigten Bürger sollen sich mit Ja oder Nein zu der Frage äußern, ob sie dafür sind,

    "dass der Vollzug des Stadtratsbeschlusses das Hallenbad abzureißen, gestoppt wird und die Stadt dazu verpflichtet wird, einen Vergleich aufzustellen zwischen den Kosten für die Sanierung des Hallenbades und den Kosten für den Abriss des Hallenbades, einschließlich Wiederherstellung des Geländes." Entscheidungsfrage

    Bislang fehlt ein echter Kostenvergleich, so der Bürgerverein

    Der Verein "Bürgerbad Münnerstadt“ hatte bislang kritisiert, dass Gutachten zur Sanierung des Bades nie in Auftrag gegeben worden seien. Die Abrisskosten sollen den Kosten für die Sanierung gegenüber gestellt werden. Die Kosten für eine Sanierung könnten bis zu 80 Prozent vom Freistaat Bayern übernommen werden. Durch den Einbau eines Blockheizkraftwerkes könnten laut dem "Bürgerbadverein" auch die Mehrzweckhalle des Sportzentrums oder die gegenüberliegende Grund- und Mittelschule versorgt werden.

    Hallenbad einsturzgefährdet und asbestbelastet

    Der Stadtrat hatte bereits im vergangenen Dezember den Abriss des Hallenbads beschlossen. Die Abstimmung dafür war allerdings mit nur 11:10 Stimmen – wie alle Abstimmungen in der Frage des Hallenbads - denkbar knapp ausgegangen. In einer Stellungnahme des Stadtrates zu dem Bürgerentscheid heißt es, dass eine Generalsanierung des Bades zwischen 2,2 und 6 Mio. Euro kosten würde. Das rund 40 Jahre alte Hallenbad ist bereits seit mehreren Jahren unter anderem wegen Einsturzgefahr geschlossen.

    Regierung würde größten Teil der Abrisskosten übernehmen

    Münnerstadts Bürgermeister Helmut Blank ist froh, dass jetzt die Bürger befragt werden. Er versteht aber nicht, dass die Verantwortlichen des "Bürgerbadvereins“ an einer Sanierung für das Hallenbad festhalten wollen. Schließlich sei eine Sanierung aufgrund der hohen Asbest-Schadstoffbelastung gar nicht möglich, sagte Blank zuletzt gegenüber dem BR. Blank will das alte Hallenbad abreißen lassen. Weil es sich um einen städtebaulichen Missstand handle, will die Regierung von Unterfranken laut Blank die Abrisskosten von geschätzten 610.000 Euro zu 80 Prozent übernehmen. Das heißt: Die Stadt würde nur an gut 120.000 Euro hängen bleiben.

    Neubau eines Lehrschwimmbads versprochen

    In der Stadt will Blank bei einem entsprechenden Votum der Bürger und des Stadtrats ein Lehrschwimmbad für zwischen 2,5 und 2,8 Mio. Euro bauen. Das Bad wäre allerdings kleiner als das bisherige Bad. Wolfgang Blümlein, der Vorsitzende des Bürgerbad-Vereins ist froh, dass jetzt der Bürgerentscheid kommt. Er sei die einzige Möglichkeit, das Bad noch zu retten.

    Verein für Sanierung des bestehenden Bades

    Aus seiner Sicht würde eine Sanierung zwischen 100.000 und 200.000 Euro günstiger als der Neubau eines Lehrschwimmbads kommen. Ein solches würde nach seiner Rechnung rund drei Millionen Euro kosten. Auf ein Lehrschwimmbad zu setzen, hält Blümlein auch für Unsinn, weil hier gar keine ganze Schulklasse Schwimmtraining abhalten könnte. Münnerstadt hat mit seinen elf Stadtteilen 7.650 Einwohner.