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Haken für die Hygiene: Firma entwickelt Corona-Geschäftsidee | BR24

© Daniel Peter/BR

Ralf Deukes Firma produziert in der Nähe von München Türöffner und Haken aus dem 3D-Drucker.

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    Haken für die Hygiene: Firma entwickelt Corona-Geschäftsidee

    Ein Unternehmen aus München muss wegen der Corona-Pandemie seine Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Jetzt hat der Chef eine neue Produktidee entwickelt: Griffe aus dem 3D-Drucker, mit denen sich Türen und Einkaufswagen hygienisch bedienen lassen.

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    Ralf Deuke wurde, wie viele andere in Bayern, von der Corona-Krise überrascht. Er musste die rund 20 Mitarbeiter seiner 3D-Druckerfirma in Kurzarbeit schicken. Normalweise stellt die Firma Creabis in Kirchheim bei München Teile für die Automobilindustrie her, aber auch Lifestyleprodukte wie etwa Brillen - deren Produktion gerade überwiegend ruht.

    Doch beim Einkaufen mit seiner Familie hatte Deuke einen Geistesblitz: "Man sieht viele Leute in den Supermärkten, die sich ihre Gummihandschuhe anziehen, um nichts anzufassen. Vor allem keine Einkaufswagen", erzählt der 56-Jährige Firmenchef.

    3D-Druck ermöglicht umfangreichen "Ertrag"

    Zusammen mit seinem Team entwickelte er daraufhin Handgriffe, die sich auf Einkaufswagen stecken lassen und im 3D-Drucker produziert werden. Um auch Türen ohne Handgriff öffnen zu können, hat Deuke zudem kleine Haken entworfen."Wir können pro Tag bis zu 500 Bauteile herstellen", sagt er. "Von dem Haken 'Hakxx' sogar 1.200 am Tag."

    Durch die 3D-Druck-Technologie können Firmen, wie die von Ralf Deuke, neue Produkte relativ schnell herstellen. Auch Teile, die zum Beispiel in Beatmungsgeräten oder Schutzmasken verbaut werden, könnten mit dem 3D-Verfahren gedruckt werden, erzählt der Firmenchef weiter. Mit Hilfe spezieller Software sei es zudem möglich, pro Druckauftrag eine hohe "Ausbeute" zu erzielen und auch Ressourcen zu sparen.

    © Daniel Peter/BR

    Ein Griff aus dem 3D-Drucker, für einen Einkaufswagen

    Haken und Griffe sind wiederverwendbar

    Ganz günstig sind die Produkte jedoch nicht. Der kleine Haken kostet zwar "nur" fünf Euro, die Griffe für den Einkaufswagen aber rund 23 Euro. Sie lassen sich aber zum Beispiel in der Spülmaschine reinigen und sind deshalb mehrmals verwendbar.

    Wer will, kann auch Ellenbogen-Türöffner für rund 17 Euro bestellen. Diese hat die Firma zwar nicht selbst entwickelt, sie sind aber momentan für medizinische Einrichtungen interessant — da sich mit ihrer Hilfe Türen ohne direkten Kontakt der Hände zur Klinke öffnen lassen.

    Kunden geteilter Meinung

    Bei den Kunden im Supermarkt gehen die Meinungen zu den Griffen noch auseinander. Die einen halten sie für praktisch, cool und hygienisch. Die anderen glauben, dass man sie womöglich leicht zu Hause vergesse. Für Ralf Deuke sind die Griffe jedoch vor allem eines: Teil einer Überlebensstrategie.

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