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Hagelkörner: Tödliche Gefahr für Vögel | BR24

© picture alliance/ZUMA Press/Sachelle Babbar

Ein toter Vogel nach dem Unwetter in München

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    Hagelkörner: Tödliche Gefahr für Vögel

    Nach den starken Hagelschauern in Teilen Bayerns mehren sich in den sozialen Netzwerken Berichte über tote Vögel und zerstörte Nester. Ein großflächiges Problem ist es laut Landesbund für Vogelschutz nicht, örtlich gebe es aber sicher Verluste.

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    Die heftigen Gewittern mit Sturmböen, Starkregen und Hagel in Teilen Bayerns haben am Pfingstmontag zu Schäden an Häusern und Autos geführt, es wurden aber auch Bäume entwurzelt, Pflanzen beschädigt und kleine Tiere getötet. In den sozialen Netzwerken berichten mehrere Menschen unter anderem über tote Vögel und zerstörte Nester.

    So schreibt auf der BR24-Facebookseite ein Nutzer aus Germering: "Hier liegen tote Vögel rum. Erschlagen." Auf Twitter klagte eine Frau: "Die armen Vögel in #München, der #Hagel hat horrend gewütet, im Strauch vor dem Fenster kein Blatt mehr, kein Nest mehr." Ein weiterer Nutzer twitterte das Foto eines verendeten Vogels mit dem Kommentar: "Außer Sachschaden gab's aber auch 'Tote'."

    Ein großes Hagelkorn ist für Vögel tödlich

    Die Kreisgeschäftsstelle München des Landesbunds für Vogelschutz hat am Vormittag noch keine Informationen darüber, wie schwerwiegend die Auswirkungen der Unwetter auf Vögel waren. Die Berichte auf Facebook und Twitter überraschten sie aber nicht, sagte Vogelschutz-Expertin Sophia Engel, stellvertretende Leiterin der Geschäftsstelle, auf BR-Anfrage. "Dort, wo es so heftig abging, da gibt es sicher Verluste."

    Werde ein Vogel von einem golfballgroßen Hagelkorn getroffen, überlebe er das nicht, erläuterte Engel. Auch ein Freibrüternest überstehe das nicht. Das gelte zum Beispiel für Amseln und Mönchsgrasmücken, die in Sträuchern und Hecken nisten. Höhlenbrüter wie Spechte, Meisen und Co. dagegen seien einem Gewitter nicht so schutzlos ausgesetzt.

    Die Männchen verstecken sich

    Normalerweise suchten sich Vögel bei Gewittern einen Unterschlupf, zum Beispiel unter Dachvorsprüngen oder in Nischen, so die LBV-Expertin. "Oft kauern sie sich einfach an eine Astgabel." In der Regel reiche das aus - aber nicht bei Extremereignissen. Obendrein seien die Gewitter am Pfingstmontag sehr plötzlich aufgezogen, "sodass einige Vögel es gar nicht so richtig geschnallt haben, bis es dann über ihnen war".

    Engel zufolge ist bei den meisten Vogelarten das Verhalten von Weibchen und Männchen bei Gewittern sehr unterschiedlich. "Das Weibchen würde sich schützend auf die Eier oder die Jungvögel setzen, um den Regen abzuhalten, weil die Jungvögel noch kein Gefieder haben." Das Männchen dagegen verstecke sich irgendwo in der Umgebung.

    Wohl kein großflächiges Problem

    Nach Einschätzung Engels sind die Folgen der Hagelschauer am Montag örtlich sehr unterschiedlich ausgefallen. "Dass es ein großflächiges Problem ist, kann ich mir nicht vorstellen."

    Örtlich problematisch werde es nur dann, wenn viele Altvögel zu Tode kämen. "Wenn nur Nester oder Jungvögel betroffen sind, würden die Altvögel vermutlich noch einen zweiten Versuch starten und unter Umständen ein neues Nest bauen."