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Hagel und Gewitter wüten in Oberbayern und im Ostallgäu | BR24

© Felix Hörhager/dpa

Eine durch Hagel bei einem Unwetter beschädigte Verkleidung einer Hauswand in Germering bei München.

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Hagel und Gewitter wüten in Oberbayern und im Ostallgäu

Mehrere Verletzte, hunderte Feuerwehreinsätze und Hagelschäden: Der Sturm am Montag Abend hat vor allem in Oberbayern und im Ostallgäu Schäden angerichtet. Hagelkörner in der Größe von Golfbällen knallten vom Himmel.

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Über 700 Unwettereinsätze meldet die Feuerwehr München für Montag Abend. Die Einsätzkräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr hätten bis tief in die Nacht gearbeitet. "Seit heute Morgen laufen die Nacharbeiten", heißt es weiter in der Pressemitteilung. In den westlichen Stadtteilen seien die Straßen kaum mehr zu erkennen gewesen, weil sie großflächig mit Laub und Wasser bedeckt waren.

Nach Hagelschlag lief Wasser in Wohnungen

"Die Feuerwehr wurde zu Einsätzen gerufen, bei denen zuerst Hagelkörner die Fenster einschlugen und im Anschluss der Regen Wohnungen volllaufen ließ. Umgefallene Bäume haben Fahrzeuge, Gebäude und auch Versorgungsleitungen der Deutschen Bahn beschädigt. Laub verstopfte die Kanaldeckel, was zu überfluteten Fahrbahnen und Unterführungen führte", berichtet die Münchner Feuerwehr. Auch die Einsatzfahrzeuge wurden vom Hagel beschädigt.

Etwa um 22.00 Uhr drohte ein Damm an der Würm zu brechen. Die Feuerwehr habe dies mit Sandsäcken verhindern können. Der Münchner Osten blieb vom Hagel verschont.

Verletzungen durch Hagel

Im westlichen Oberbayern erlitten nach jetzigem Kenntnisstand drei Personen Kopfplatzwunden durch Hagelschlag. Im Landkreis Landsberg am Lech stürzte ein Rollerfahrer aufgrund eines Hagelschauers und zog sich dabei laut Polizei leichtere Blessuren zu. Bei einem vermutlich sturmbedingten Verkehrsunfall im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen wurde ein Mann mittelschwer verletzt.

© BR24

Hagelsturm: Bilder aus Schondorf am Ammersee

Hunderte Notrufe in Ingolstadt und München

Die Gewitterfront wütete vor allem im Westen und Norden Oberbayerns, der Südosten blieb dagegen weitgehend verschont. Während bei den Einsatzzentralen in Ingolstadt 325 und in der Landeshauptstadt 550 unwetterbedingte Notrufe eingingen, blieb es in Rosenheim ruhig.

Auf der A96 flüchteten Autofahrer mit ihren Fahrzeugen zwischen Greifenberg und Weßling unter Brücken und blieben dort stehen. Der Verkehr kam dadurch zeitweise in beiden Richtungen zum Erliegen. Die Tunnel Eching und Etterschlag mussten wegen überfluteter Fahrbahnen vorübergehend gesperrt werden.

Mehrere Boote kenterten

Auf dem Ammersee und dem Starnberger See kenterten mehrere Boote. In der Herrschinger Bucht musste die Feuerwehr wegen auslaufender Betriebsstoffe eine Ölsperre einrichten.

Keine S-Bahn zum Flughafen

Beim Bahnverkehr kam es zu Verspätungen und Zugausfällen. Wegen umgestürzter Bäume wurde die Strecke zwischen München und Landshut sowie nach Buchloe gesperrt. In der Landeshauptstadt rissen an zwei S-Bahnhöfen die Oberleitungen. Der Verkehr auf der Stammstrecke musste vorübergehend eingestellt werden. Im gesamten Netz kam es zu erheblichen Verzögerungen, der Flughafen war nur per Schienenersatzverkehr zu erreichen.

Verletzte Radfahrer im Ostallgäu

Unwetter wüteten auch vom Ostallgäu bis nach Kempten, wie ein Polizeisprecher sagte. In Bidingen seien ein Siebenjähriger und zwei Männer durch einen umstürzenden Baum verletzt worden. Die Radfahrer hätten Schutz unter einem bereits umgestürzten Baum gesucht, als ein zweiter darauf krachte. Der Bub sei schwer, die Männer leichter verletzt worden, sagte der Sprecher.

Im Ostallgäu wurden zudem Straßen überschwemmt und teilweise auch von umgefallenen Bäume blockiert. Nach wenigen Minuten sei an den meisten Orten das Unwetter durchgezogen gewesen.

Auch heute Vormittag weitere Gewitter vorhergesagt

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) prognostiziert für den Dienstagvormittag Gewitter im Westen Bayerns. Diese können sich vom Allgäu über Oberfranken ab den Mittagstunden nach Ostbayern ausweiten und unwetterartig entwickeln - mit Hagel, Starkregen und orkanartigen Böen, die bis zu 110 Stundenkilometer schnell werden können.

Der DWD erwartet für den Nachmittag schwere Gewitter in Bayern. Die Unwetter könnten bis in die Nacht dauern. Möglich sind orkanartige Sturmböen, heftiger Starkregen und Hagel mit Körnern von drei bis fünf Zentimetern Durchmesser.

In der Oberpfalz nur kleinere Schäden

Trotz Unwetterwarnung hat es im südlichen Landkreis Regensburg gestern nur kleinere Schäden gegeben. Wie die Polizei am Dienstagmorgen mitteilte, sind fünf Anrufe wegen umgeknickter Bäume eingegangen. Meist habe es sich jedoch nur um abgefallene Äste gehandelt oder um Bäume, die sich zur Seite in die Straße geneigt hatten.

Hund aus Angst weggelaufen

Ein Hund ist aus Angst vor Blitz und Donner entlaufen, konnte aber schnell wiedergefunden werden, so die Polizei. Dreimal wurden der Polizei vollgelaufene Keller gemeldet. Außerdem wurde das Dach eines Nebengebäudes abgedeckt. Die Schäden konnten jeweils leicht behoben werden.