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Heiratsantrag auf Polizeiwache nach Haftbefehl | BR24

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Der Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages endete für einen Kulmbacher anstatt unterm Weihnachtsbaum in der Justizvollzugsanstalt. Zuvor erhielt er von seiner Freundin aber noch einen einmaligen Liebesbeweis.

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Heiratsantrag auf Polizeiwache nach Haftbefehl

Der Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages endete für einen Kulmbacher anstatt unterm Weihnachtsbaum in der Justizvollzugsanstalt. Zuvor erhielt er von seiner Freundin aber noch einen einmaligen Liebesbeweis.

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Für einen 31-jährigen Kulmbacher endete der zweite Weihnachtsfeiertag hinter Gittern. Bevor es in die Justizvollzugsanstalt ging, machte er auf der Polizeiwache seiner Freundin einen Heiratsantrag.

Mann flieht vor Polizei

Am Abend des 26.12.2019 fiel einer aufmerksamen Passantin ein lautstarkes Pärchen in Kulmbach auf. Als eine hinzugerufene Polizeistreife eintraf, suchte der Mann unvermittelt das Weite. Die 29-jährige Kulmbacherin, die noch am Ort des Geschehens war, betonte, dass es zu keinen Straftaten gekommen sei. Warum ihr Begleiter so plötzlich flüchtete, konnte oder wollte sie jedoch nicht preisgeben. Die Passantin, die zuvor die Polizei verständigt hatte, sah den Mann weg laufen, entdeckte ihn aber wenig später erneut.

Polizeilich gesucht

Beim zweiten Versuch der Kontaktaufnahme gab der 31-Jährige wieder "Fersengeld", diesmal konnten ihn aber zwei Kulmbacher Beamte einholen. Wenig später war auch schnell klar, warum der Mann kein Interesse am Kontakt zur Polizei hatte: Er wurde gleich mit zwei Haftbefehlen polizeilich gesucht, außerdem hatte er noch eine geringe Menge Drogen dabei.

Heiratsantrag auf Dienststelle

Nach der erfolgten Festnahme dann die Wendung, passend zum Fest der Liebe. Es war der einzige Wunsch des Festgenommenen, noch einmal mit seiner Freundin sprechen und sich verabschieden zu können. Da auch Polizisten ein Herz haben, konnten sie ihm diese Bitte nicht abschlagen. So wurde die 29-Jährige von den Beamten verständigt und zur Dienststelle gebeten, wo alle Anwesenden behördliche Zeugen eines Heiratsantrags wurden. Die werdende Ehefrau nahm diesen dankend an. Dem angehenden Bräutigam blieb trotz aller Rührung weder der Weg in die Justizvollzugsanstalt, noch die Anzeige nach dem Betäubungsmittelgesetz erspart, heißt es in einer Mitteilung.