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Hafen für Hilfesuchende: 120 Jahre Würzburger Bahnhofsmission | BR24

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Seit 1899 gibt es die Bahnhofsmission in Würzburg. Nun feiert sie Jubiläum. Täglich suchen Menschen mit den unterschiedlichsten Problemen Hilfe bei der Einrichtung. Sie ist rund um die Uhr geöffnet - an 365 Tagen im Jahr.

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Hafen für Hilfesuchende: 120 Jahre Würzburger Bahnhofsmission

Seit 1899 gibt es die Bahnhofsmission in Würzburg. Nun feiert sie Jubiläum. Täglich suchen Menschen mit den unterschiedlichsten Problemen Hilfe bei der Einrichtung. Sie ist rund um die Uhr geöffnet – an 365 Tagen im Jahr.

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Die Bahnhofsmission am Würzburger Hauptbahnhof feiert ihr 120-jähriges Bestehen. In ihren Anfangsjahren während der Industrialisierung war die Würzburger Bahnhofsmission eine Anlaufstelle für junge Frauen. Heute hilft die Bahnhofsmission in den unterschiedlichsten Lagen weiter.

Bahnhofsmission: Schutzort für Frauen

Zu Beginn kamen vor allem Frauen in die Bahnhofsmission. Sie kamen während der Industrialisierung von den Dörfern in die Stadt, mit vielen Hoffnungen, allerdings häufig ohne Plan und finanzielle Mittel. Der Katholische Frauenbund und der Würzburger Mädchenschutzverein empfingen die Frauen gleich am Bahnsteig, gaben ihnen Schutz und halfen bei der Suche nach Arbeit und Wohnung. Auch 120 Jahre später ist die Würzburger Bahnhofsmission noch ein Schutzraum für Frauen, die etwa vor häuslicher Gewalt geflohen oder wohnsitzlos sind. Aber das Team der Bahnhofsmission hat inzwischen mit ganz unterschiedlichen Menschen und Aufgaben zu tun.

Letzter Halt für Reisende

Mal wird ein Pflaster gebraucht, mal Mobilitätshilfe auf dem Weg zum Zug, mal ein Krisengespräch. Andere suchen ein Bett für eine Winternacht. Oft ist die Bahnhofsmission aber auch der letzte Halt, wenn gar nichts mehr geht. Jeden Tag suchen fast 130 Menschen Hilfe im Westflügel des Würzburger Hauptbahnhofs. Im Jahr sind es mehr als 46.000 Kontakte. Der Anteil an Menschen mit psychischen Problemen ist in den letzten fünf Jahren laut Bahnhofsmission um 60 Prozent gestiegen, die Zahl an Hilfesuchenden mit ausländischen Wurzeln um das dreifache. Für Verlässlichkeit sorgen knapp 60 oft ehrenamtliche Helferinnen und Helfer: Die Bahnhofsmission ist offen für jeden und das 24 Stunden am Tag, an 365 Tagen im Jahr.

Festakt zum Jubiläum

Zur Feier einer der ältesten Bahnhofsmissionen Bayerns gibt es einen Festakt am Freitag im Ratssaal der Stadt. Geladen sind Gäste aus Politik, Wirtschaft, Sozialwesen, Kultur und Kirche. Dem Festakt schließt sich um 18.30 Uhr im Rathaushof ein öffentliches Konzert mit dem Symphonischen Blasorchester Unterpleichfeld an. Am Samstag findet dann in der Würzburger Kirche Sankt Stephan ein ökumenischer Gottesdienst mit Dekanin Edda Weise und Domkapitular Clemens Bieber statt.