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Hässliche Mahnmale? Diskussion um Hausener Weihnachtsbäume | BR24

© BR Fernsehen

Die Wälder haben dieses Jahr stark unter Trockenheit und Borkenkäferbefall gelitten, das zeigt sich auch an den Christbäumen in Hausen bei Würzburg. Hier werden traditionell große Weihnachtsbäume aufgestellt, dieses Jahr sind sie aber recht mickrig.

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Hässliche Mahnmale? Diskussion um Hausener Weihnachtsbäume

Die Gemeinde Hausen bei Würzburg stellt alljährlich in Hausen, Rieden und Erbshausen-Sulzwiesen einen Weihnachtsbaum auf. Eine schöne Tradition, für die sie heuer aber viel Spott erntete. Zu hässlich und zu mickrig seien die Bäume.

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Von
  • Julia Kuhles

Wenige Zweige, davon noch einige abgeknickt oder schon ziemlich dürr – die Weihnachtsbäume in Hausen, Rieden und Erbshausen-Sulzwiesen sind wahrlich keine Schönheiten und sorgten für Gesprächsstoff. Für manche Dorfbewohner sind sie schlichtweg hässlich, manche sehen in ihnen gar ein Mahnmal.

Verluste im Gemeindewald durch Trockenheit und Borkenkäfer

Denn im Gemeindewald stehen schlichtweg keine schönen Nadelbäume mehr. Hausen kämpft wie viele unterfränkische Gemeinden gegen trockene Wälder. Auch der Borkenkäfer hat seine Spuren hinterlassen, vor allem bei den Fichten. Hektarweise mussten Nadelbäume geschlagen werden, berichtet Bürgermeister Bernd Schraud. Bis neue ansehnliche Christbäume nachgewachsen sind, dauert es. Deshalb mussten in diesem Jahr die Spitzen von drei hochgewachsenen Douglasien herhalten.

Alternativer Weihnachtsbaum: Tanne aus dem Spessart

Doch eine Gruppe entschlossener Hausener wollte für ihren Ort dennoch einen schönen Weihnachtsbaum. „In Zeiten von Corona sollten sich die Bürger doch an etwas Schönem erfreuen“, fand Philipp Stark und trommelte ein paar Mitstreiter zusammen. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion stellten sie heimlich eine sechs Meter hohe Tanne aus dem Spessart auf – dort wo sonst der Maibaum steht.

Lösungsvorschläge für die Zukunft

Ein ähnliches Prachtexemplar ist laut Stark im Spessart bereits fürs nächste Jahr reserviert. Ein kleiner Seitenhieb auf die Gemeinde sollte die Aktion schließlich auch sein: „Man findet schon noch schöne Bäume.“ Der Bürgermeister freut sich trotzdem über die schöne Tanne und will im Gemeinderat auch über Lösungen fürs nächste Jahr sprechen. Statt immer wieder Bäume zu fällen, könne man zum Beispiel auch einen Christbaum im Ort pflanzen.

© BR/ Julia Kuhles

Angeblich hässlicher Weihnachtsbaum in Hausen bei Würzburg

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