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Hängebrücken im Frankenwald: Bürgerinitiative schlägt Alarm | BR24

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Der Bau der längsten Fußgängerbrücke über das Höllental sorgte lange für Streit. Nun sorgt sich eine Bürgerinitiative erneut. Sie befürchtet massive Eingriffe in die Natur.

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Hängebrücken im Frankenwald: Bürgerinitiative schlägt Alarm

Vor wenigen Wochen hatte der Hofer Kreistag den Bau der längsten Fußgängerbrücke der Welt beschlossen. Jetzt schlägt die Bürgerinitiative gegen das Bauwerk im Frankenwald Alarm. Bereits jetzt werde massiv in die Natur eingegriffen.

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Die Bürgerinitiative gegen den Bau der wohl längsten Hängebrücke der Welt im Frankenwald schlägt Alarm: Um die Probebohrungen für die Pfeiler des aus zwei Brücken bestehenden Bauwerks zu realisieren, greife das Landratsamt Hof momentan massiv in das Naturschutz-Gebiet des Höllentals ein. So habe man Waldwege geschottert und Bäume gefällt. Obwohl es noch keine offizielle Baugenehmigung und auch keine endgültige Förderzusage für das umstrittene Tourismusprojekt mit geschätzten Kosten von rund 22 Millionen Euro gebe, würden mit Bagger und Planierwalze Fakten geschaffen, erklärt Stefan Pfeiffer von der "Initiative Höllental".

Behörden weisen Vorwürfe zurück

Das Landratsamt und die Regierung von Oberfranken weisen die Vorwürfe auf Anfrage des BR zurück: Für die aktuellen Arbeiten gebe es eine Genehmigung. Die Naturschutzbehörde habe diese Bauarbeiten im Randbereich des Naturschutzgebietes ausnahmsweise gestattet. "Eine Auflage ist ein Vorgehen, das die Natur weitestgehend schont", so die Regierung von Oberfranken. Das Landratsamt betont, dass die bestehenden Forstwege und Holz-Rückegassen nur "temporär", also vorübergehend, geschottert würden, damit man im Lauf des Monats den Boden im Höllen- und Lohbach-Tal mit Bohrgeräten an vier Stellen genauer erkunden könne.

"Erster Vorgeschmack" auf Zerstörung der Natur

Laut den bisherigen Planungen müssen die Stahlseile für die Fußgänger-Hängebrücken bis zu 40 Meter tief im Boden verankert werden. Die Bürgeriniative bezweifelt, dass die angelegten Schotterwege wieder zurückgebaut werden. Ein schonender, naturverträglicher Bau des Projekts sei nicht möglich. Die aktuellen Maßnahmen seien "sicher ein erster Vorgeschmack dessen, was künftig noch an Natur zerstört werden wird, wenn erst einmal die richtigen Bauarbeiten beginnen und schweres Gerät zum Bau der Brücken anrückt", heißt es auf der Facebook-Seite der Initiative.

Geplanter Baubeginn im Sommer 2020

Der Hofer Kreistag hatte Anfang Juni nach mehrjährigen Planungen und Diskussionen mit großer Mehrheit den Bau der beiden Fußgänger-Hängebrücken beschlossen. Die Gegner befürchten massive Folgen für Tiere und Pflanzen und kritisieren auch die Kostensteigerung: War man bei den beiden Bürgerentscheiden in Lichtenberg und Issigau stets von ungefähr 12 Millionen Euro ausgegangen, liegt die offizielle Schätzung des Landratsamts nun bei rund 22 Millionen Euro. Trotz der Steigerung rechnet CSU-Landrat Oliver Bär weiterhin mit einem Zuschuss von 80 Prozent von der Staatsregierung. Der Baubeginn ist für Sommer 2020 geplant.