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Hälfte aller Schulen in Bayern ohne schnelles Internet | BR24

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Ein Kabel ragt aus einem Acker

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    Hälfte aller Schulen in Bayern ohne schnelles Internet

    Die Corona-Krise hat es an den Tag gebracht: Längst nicht alle Schulen sind gerüstet für den digitalen Unterricht. Aber nicht nur das: Fast die Hälfte aller Schulen in Bayern hat keinen schnellen Internetanschluss, wie eine SPD-Anfrage ergab.

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    Von
    • Anton Rauch
    • BR24 Redaktion

    Erst Ende Juli hat die bayerische Staatsregierung angekündigt, sie wolle die Digitalisierung von Schule und Unterricht in der laufenden Legislaturperiode mit einer knappen halben Milliarde Euro pro Jahr zusätzlich beschleunigen. Ministerpräsident Markus Söder sprach davon, den "Digital-Turbo" anzuwerfen.

    Nachholbedarf gibt es bereits bei den Internetanschlüssen, wie aus der Antwort des Heimatministeriums auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion hervorgeht: Denn die Hälfte aller Schulen in Bayern hat demnach keinen schnellen Internetanschluss. 3.000 Schulen hätten eine Internetverbindung, die schneller als 16 Megabit pro Sekunde sendet und empfängt. Die anderen rund 3.000 Schulen haben eine Internetverbindung unter 16 Megabit, 45 Schulen sogar überhaupt keinen Internetanschluss.

    SPD-Chef: Bildungsteilhabe von Wohnort und Einkommen abhängig

    Die SPD beklagt, dass Homeschooling und digitale Bildung so nicht funktionieren könne und wirft der Staatsregierung Untätigkeit vor. Diese habe vergangenes Jahr den Digitalpakt auslaufen lassen und Investitionen des Bundes von mehr als 700 Millionen Euro für die Ausstattung der Schulen wochenlang hinausgezögert, sagt SPD-Fraktionschef Horst Arnold. Gerechte Bildungsteilhabe sei in Bayern nach wie vor vom Wohnort und dem Einkommen abhängig.

    SPD-Bildungsspecherin: ein erschreckender Befund

    Für SPD-Bildungssprecherin Margit Wild ist die Antwort der Staatsregierung ein erschreckender Befund. Denn die meisten privaten Haushalte hätten mittlerweile deutlich schnellere Internetverbindungen, sogar durchschnittlich 23 Mega Bit pro Sekunde.

    In den Städten ist die Leistung oft deutlich höher. Die Staatsregierung selbst spricht von schnellem Internet auf ihren Seiten ab 30 MegaBit pro Sekunde. Experten empfehlen eher 50 bis 100 Megabit pro Sekunde, um etwa Grafiken oder Lehrfilme problemlos abrufen zu können.

    Drei Säulen für digitalen Bildungsfortschritt

    Ministerpräsident Söder hatte vor ein paar Wochen gemeinsam mit Bildungsminister Michael Piazolo ein "Drei-Säulen-Konzept" aus Hardware, Software und Fortbildung skizziert: Es soll eine zentrale digitale Schulplattform, ein eigenes Schul-Rechenzentrum, zusätzliche digitale Leihgeräte für Schüler und Lehrer, neue IT-Systemadministratoren und neue Stellen für die Aus- und Fortbildung von Lehrern geben.

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