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Gymnasium Grafing wurde nach Max Mannheimer benannt | BR24

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Mit einem Festakt wurde das Grafinger Gymnasium offiziell in Max-Mannheimer-Gymnasium umbenannt. Bis zu seinem Tod stand Mannheimer in engem Kontakt mit der Schule. Bei 32 Besuchen hat er über die Gräueltaten der Nazizeit berichtet.

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Gymnasium Grafing wurde nach Max Mannheimer benannt

Das Gymnasium Grafing im Landkreis Ebersberg nennt sich zwar schon seit Anfang des Jahres Max-Mannheimer-Gymnasium. Heute war der offizielle Festakt. Die Initiative zur Namensgebung kam von den Schülerinnen und Schülern.

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Max-Mannheimer-Gymnasium heißt das Gymnasium Grafing seit Anfang 2020, aber seit heute ist es offiziell. Beim Festakt am Vormittag wurde eine Stele mit der Inschrift des neuen Schulnamens enthüllt. Mit dabei war auch Charlotte Knobloch, die Präsidentin der israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. In ihrer Ansprache betonte sie, dass Mannheimer den Austausch mit der jungen Generation stets besonders gesucht habe. Er sei nicht als Ankläger oder Richter, sondern als Zeitzeuge gekommen, der berichten, informieren und aufrütteln wollte, so Knobloch.

Erinnern schafft Zukunft

Ludwig Spaenle, Antisemitismusbeauftragter der Bayerischen Staatsregierung sprach von einer Botschaft des Namensgebers: „Erinnern schafft Zukunft und lässt Verantwortung erwachsen – diese Botschaft hat uns Prof. Max Mannheimer als Überlebender des Holocaust und Zeitzeuge im Gespräch mit jungen Menschen – auch hier in Grafing immer wieder – ans Herz gelegt. Das Erinnern und die entsprechenden Konsequenzen im Alltag zugunsten von Menschenwürde zu ziehen, das gehört zu den tragenden Fundamenten unserer Demokratie.“

Name setzt Zeichen gegen Antisemitismus

Kultusminister Michael Piazolo erinnerte an den Zeitzeugen und KZ Überlebenden Max Mannheimer, der durch seinen unablässigen Einsatz für Versöhnung und friedliches Zusammenleben das Geschichts- und Verantwortungsbewusstsein ganzer Schülergenerationen geprägt habe. " Mit der Übernahme des Namens setzt die Schule ein starkes Zeichen gegen Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit. Sie steht für eine demokratische und freiheitliche Gesellschaft."

Max Mannheimer stand in engem Kontakt mit der Schule

Der KZ-Überlebende Max Mannheimer stand bis zu seinem Tod 2016 in engem Kontakt mit der Schule. Bei 32 Besuchen hat er über seine Gräueltaten der Nazizeit berichtet. Mit seiner Familie war Mannheimer 1943 ins Konzentrationslager Theresienstadt und dann nach Ausschwitz deportiert worden. 1945 wurde er von US-Soldaten aus dem KZ Dachau befreit. Nur er und sein Bruder Edgar hatten die Shoa überlebt. Mehr als 30 Jahre lang hat Mannheimer zahlreiche Zeitzeugengespräche mit Schülern und Erwachsenen geführt.

Schülerinnen und Schüler wollten den neuen Namen

Die Initiative zur Namensgebung sei von den Schülerinnen und Schülern gekommen, die Max Mannheimer persönlich erlebt haben, schreibt der Schulleiter Paul Schötz auf der Internetseite der Schule. "Auch Schülerinnen und Schüler, die ihn nicht mehr persönlich kannten und die eine der jedes Jahr stattfindenden Lesungen 'Spätes Tagebuch' gehört haben, fragten immer wieder nach, wann eine Namensergänzung Wirklichkeit werden kann."

Es sei ihnen ein großes Anliegen, das, was ihnen Max Mannheimer aufgrund ihrer Erfahrung mit ihm bedeutete – oder das, was sie über ihn gehört haben – auch künftigen Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Grafing weiterzugeben.