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Gymnasium Casimirianum in Coburg: Trennwände statt Masken | BR24

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Am Coburger Gymnasium Casimirianum will man statt Masken spezielle Trennwände verwenden. Diese Pappwände sind mit einem antimikrobiellen Lack versiegelt, jedoch wird noch auf eine Genehmigung durch das Gesundheitsamt gewartet.

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Gymnasium Casimirianum in Coburg: Trennwände statt Masken

Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Casimirianum in Coburg sollen während des Unterrichts keine Mund-Nasen-Masken mehr tragen müssen. Die Schule hat mit einer Firma spezielle Trennwände entwickelt.

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Sie sind 1,50 Meter hoch, haben ein Fenster in der Mitte und sind mit einem antimikrobiellen Lack versiegelt. Die Pappaufsteller werden seitlich zwischen die Schulbänke in den Klassenzimmern des Gymnasiums Casimirianum in Coburg aufgestellt. Die Trennwände sollen Schülern und Lehrkräften das Tragen von Mund-Nasen-Schutz während des Unterrichts ersparen.

Coburger Firma entwickelt Trennwände für Coburger Gymnasium

Entwickelt haben die Trennwände die Verpackungsspezialisten von "Schumacher Packaging" in Coburg zusammen mit dem Gymnasium. Das Hygienekonzept mit den Pappaufstellern, die vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen sollen, wurde vor sieben Wochen entwickelt. Jetzt wartet die Schule nur noch auf die Genehmigung des Gesundheitsamts. Der Mediziner und Hygiene-Experte Andreas Schwarzkopf äußertes sich positiv zu den Trennwänden. Schwarzkopf ist kommissarischer Leiter des "Regiomed-Hygieneinstituts Coburg" und war zu einem Vortrag über Hygiene am Gymnasium.

"An sich sind die Trennwände aus einem geeigneten Material. Für mich muss es desinfizierbar sein, also leicht zu desinfizieren und zu reinigen, das ist gegeben. Die Höhe ist natürlich relevant, damit man auch die Tröpfchen von den größeren Schülern abfangen werden. Für sitzende Schüler bin ich mal von 1,40 Meter ausgegangen, das dürfte so im Durchschnitt hinkommen. An sich ist das Konzept klar, vorausgesetzt dass zwischen den einzelnen Stuhlreihen ein Abstand von 1,50 Meter ist, denn die Trennwände wirken ja nur seitlich." Andreas Schwarzkopf, "Regiomed-Hygieneinstituts Coburg"

Für Coburger Hygiene-Experten sind Masken wenig sinnvoll

Hygiene-Experte Schwarzkopf steht der Maskenpflicht in Schulen grundsätzlich kritisch gegenüber. Sie gilt bis zum 18. 09.20. Er hält die Maskenpflicht für Schüler im Unterricht nicht für sinnvoll.

"Weil die Nachteile die Vorteile überwiegen. Ein Restrisiko bleibt immer. Das wird auch nach dem 18.09. sein. Man unterstellt, die Maske wird dann abgeschafft, wir werden ja sehen, ob das dann kommt oder ob es nochmal verlängert wird. Es wird weiter asymptomatische Betroffene geben, und das ist ja das Gro der Infizierten. Die sind ja nicht krank. Man muss sorgfältig unterscheiden zwischen Infizierten und Kranken, die das Virus auch wieder an die Schule bringen, ohne dass es überhaupt jemand merkt. Es wird nicht Null-Infektionen geben. Aber jetzt ist ja die Personengruppe betroffen, nämlich junge Menschen, die deutlich bessere Ressourcen haben, um eben sowas wegstecken zu können, und wo man definitiv aufgrund der Daten davon ausgehen kann, dass die Komplikationsrate viel niedriger ist." Andreas Schwarzkopf, "Regiomed-Hygieneinstituts Coburg"

Schulleiter des Coburger Casimirianums plädiert für Trennwände

Masken im Unterricht sind nicht gut. Das sagt Burkhard Spachmann, der Schulleiter des Gymnasiums Casimirianum in Coburg. Er ist für die Trennwände. Dann können Schüler und Lehrer auf Masken verzichten und somit eine bessere Beziehungen untereinander aufbauen.

"Das Nonverbale spielt doch eine große, entscheidende Rolle. Das ist diese Ebene, auf der Beziehungen pädagogisch sinnvoll aufgebaut werden und dann ein ganzes Schulleben halten." Burkhard Spachmann, Schulleiter des Gymnasiums Casimirianum in Coburg.

Casimirianum wartet auf grünes Licht vom Gesundheitsamt

Ernst nehmen müsse man das Virus auf jeden Fall, sagt Hygiene-Expert Schwarzkopf "Regiomed-Hygieneinstituts Coburg". Das Gymnasium Casimirianum wartet nun auf die Genehmigung der Trennwände durch das Gesundheitsamt. Sollte von dort kein grünes Licht kommen, werde man den Rechtsstreit nicht scheuen.

© Schuhmacher Packaging

Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Casimirianum in Coburg sollen während des Unterrichts keine Mund-Nasen-Masken mehr tragen müssen. Die Schule hat mit einer Firma spezielle Trennwände entwickelt.

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