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Gute Zwischenbilanz bei der Spargelernte.

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Gute Zwischenbilanz bei der Spargelernte

Seit Ostern wird Spargel geerntet. Wenn auch zum Saisonstart nur in kleinen Mengen. Denn die anfängliche Aprilkälte ließ die Stangerl nur langsam wachsen. Die Nachfrage ist jedoch da.

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Von
  • Susanne Pfaller

Mit großer Freude registriert Spargelbäuerin Claudia Westner die steigenden Temperaturen. Die Vorsitzende des Spargelerzeugerverbands Südbayern sieht auf ihren eigenen Feldern bei Kühbach nahe Schrobenhausen, dass das Edelgemüse seit einigen Tagen schneller reif wird.

Jetzt passt das Angebot zur Nachfrage. Aktuell stimmt für die Bauern damit auch der Preis. Er liegt bei etwa 13 Euro für ein Kilo weißen Schrobenhausener Spargel der besten Güteklasse.

Spargelstechen mit Hygienekonzept

Anders als im ersten Corona-Jahr sind heuer auch ausreichend ausländische Erntehelfer im Einsatz. Für sie gelten strikte Pandemie-Auflagen: Einreisen darf nur, wer einen negativen Corona-Test vorlegen kann. Auch auf den Spargelhöfen gelten strikte Hygiene-Konzepte: maximal zwei Arbeiter teilen sich ein Zimmer. Die Unterbringung in Vier-Bett-Räumen ist untersagt. Große Gemeinschaftsküchen und Sanitärbereiche wurden durch kleine Einheiten ersetzt.

Die Erntehelfer arbeiten in fixen, kleinen Arbeitsteams. So sollen Corona-Infektionen vermieden oder im Ernstfall die weitere Verbreitung minimiert werden. Bislang klappe das gut - zumindest bei den 65 Spargelbetrieben, die zum Spargelerzeugerverband Südbayern gehören, so Geschäftsführer Peter Strobl.

Deutlicher Ernteausfall im ersten Corona-Jahr

Die Erntehelfer aus Rumänien, Tschechien und Polen haben im vergangenen Jahr gefehlt. Weil sie aufgrund der Pandemie-Schutzmaßnahmen nicht rechtzeitig einreisen durften, konnten die bayerischen Bauern rund ein Viertel ihrer Spargelfelder nicht abernten.

Zwar waren viele Deutsche vor einem Jahr den Aufrufen gefolgt und versuchten sich als Erntehelfer auf den Feldern, doch die mangelnde Erfahrung zeigte damals Wirkung: Die Erntemenge fiel deutlich niedriger aus.

Während 2019 in Bayern rund 23.000 Tonnen Spargel gestochen wurden, meldet das Statistische Landesamt für das erste Corona Jahr 2020 nur gut 15.000 Tonnen Spargel. Auch beim Schrobenhausener Spargel gab es entsprechende Einbußen, so Peter Strobl, Geschäftsführer beim Spargelerzeugerverband Südbayern. Sein Verband liefert in der Regel rund 20 Prozent des bayerischen Spargels.

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Mit großer Freude registriert Spargelbäuerin Claudia Westner die steigenden Temperaturen. Die Vorsitzende des Spargelerzeugerverbands Südbayern sieht auf ihren eigenen Feldern, dass das Edelgemüse seit einigen Tagen schneller reif wird.

Derzeit ideale Bedingungen

Aktuell herrschen ideale Bedingungen. Denn derzeit halten sich Angebot und Nachfrage die Waage. Das heißt: Die Bauern können bei den freundlichen Temperaturen genügend ernten, um den Spargelhunger der Menschen zu befriedigen.

Direktvermarktung extrem wichtig

Rund 70 Prozent des Spargels vermarkten die Spargelbauern direkt - entweder per Hofverkauf oder über Stände entlang der Straßen oder auf Wochenmärkten. Der Rest wird über die Großmarkthalle verkauft oder direkt an die Supermärkte geliefert.

In der Regel wird ein Drittel der Spargelernte in der Gastronomie oder in Betriebskantinen zubereitet. Doch obwohl diese pandemiebedingt geschlossen oder eingeschränkt sind, spüren die Spargelbauern bislang keinen Nachfrageeinbruch.

Im vergangenen Jahr haben die Verbraucher das edle Gemüse vermehrt selbst zubereitet. Und auch in diesem Jahr findet der Spargel bislang den Weg in die heimischen Küchen, freut sich Peter Strobl.

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