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Gutachter bringt keine Klarheit im Bayern-Ei-Prozess | BR24

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Mit der Befragung eines Genetikers ist am Mittwoch in Regensburg der Bayern-Ei-Prozess fortgesetzt worden. Der Gutachter konnte dem Gericht keine Nachweise vorlegen, dass durch Eier von Bayern-Ei eine Infektionswelle ausgelöst wurde.

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Gutachter bringt keine Klarheit im Bayern-Ei-Prozess

Im Prozess um den Salmonellen-Skandal der Firma Bayern-Ei hat ein Gutachter nicht klären können, ob Patienten an Salmonellen von Eiern des Angeklagten erkrankt waren. Der Ex-Chef von Bayern-Ei, Stefan Pohlmann, steht deshalb vor Gericht.

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Mit der Befragung eines Genetik-Experten ist am Mittwoch am Landgericht Regensburg der Bayern-Ei-Prozess fortgesetzt worden. Der Gutachter konnte dem Gericht allerdings keine eindeutigen Nachweise vorlegen, wonach durch Eier aus Bayern-Ei-Ställen vor fünf Jahren eine Salmonellen-Infektionswelle in mehreren europäischen Ländern ausgelöst wurde.

Kein eindeutiger Nachweis für Infektionsweg

Der DNA-Experte Rainer Schubert hat zwar eine genetische Verwandtschaft festgestellt zwischen den Salmonellen, die bei Bayern-Ei auf der einen Seite und bei vielen Erkrankten auf der anderen Seite gefunden wurden. Das genüge jedoch nicht für einen eindeutigen Nachweis des Infektionswegs, sagte er vor Gericht.

Er könne keine Angaben zu einer solchen Wahrscheinlichkeit treffen, so der Genetik-Experte.

Ein Mann soll an Salmonellen gestorben sein

Im Jahr 2014 waren rund 200 Menschen in Deutschland, Österreich und Frankreich an Salmonelleninfektionen erkrankt. Ein Mann in Österreich ist vermutlich daran gestorben. 40 der Fälle kamen nun zur Anklage. Dem ehemaligen Geschäftsführer des niederbayerischen Legehennen-Mastbetriebs, Stefan Pohlmann, wird deshalb unter anderem Körperverletzung mit Todesfolge, gewerbsmäßiger Betrug sowie lebensmittel- und tierschutzrechtliche Verstöße vorgeworfen. Er soll die Auslieferung von Eiern mit der Kennzeichnung Güteklasse A veranlasst haben, obwohl in den Produktionsstätten Salmonellen nachgewiesen worden waren. Handelspartner zahlten für die nahezu wertlose Ware rund fünf Millionen Euro.

Prozess in entscheidender Phase

Nach den Worten des Vorsitzenden Richters Michael Hammer befindet sich der Prozess mit der Vernehmung der Sachverständigen jetzt in einer entscheidenden Phase. An den nächsten Verhandlungstagen sollen  weitere Experten unter anderem für Bioinformatik, statistische Genetik  und Infektionen als Zeugen aussagen.

Der Prozess gegen den ehemaligen Chef der nun geschlossenen Firma Bayern-Ei ist zunächst bis Ende März 2020 terminiert. Es sollen mehr als 100 Zeugen gehört werden.