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Gutachten: Toter Luchs wurde beschossen | BR24

© BR/Kathrin Unverdorben

Zunächst hatte der Tod eines jungen Luchses im Bayerischen Wald nicht auf Menschen schließen lassen. Doch das forensische Gutachten hat jetzt ergeben: Das Jungtier wurde angeschossen.

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Gutachten: Toter Luchs wurde beschossen

Der junge Luchs, der Mitte Juli dieses Jahres tot in der Nähe des Landshuter Hauses im Kreis Regen gefunden worden ist, wurde angeschossen. Das hat ein aktuelles forensisches Gutachten ergeben. Die Polizei sucht jetzt nach Zeugen.

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Zunächst hatte der Tod eines jungen Luchses im Bayerischen Wald nicht auf Menschen schließen lassen: Das Tier war Mitte Juli von Spaziergängern völlig abgemagert und leblos neben einer Zufahrtsstraße zum Landshuter Haus bei Bischofsmais (Lkr. Regen) gefunden worden.

Ein forensisches Gutachten hat jetzt jedoch etwas anderes ans Tageslicht gebracht: Der Luchs wurde beschossen.

Luchs war erst ein halbes Jahr alt

Die tote Raubkatze wurde nach einer ersten tierärztlichen Untersuchung noch einmal umfassend durchleuchtet. Das forensische Gutachten im Auftrag des Landesamts für Umweltschutz stellte nun fest: Das Jungtier hat metallische Rückstände im Körper, was auf einen Kugelbeschuss schließen lässt. Der Bewegungsapparat des Jungtieres war dadurch irreversibel geschädigt, es konnte sich nicht mehr ordentlich ernähren und verhungerte.

Die Tat soll sich laut Gutachten im Zeitraum zwischen Oktober und November 2018 im Großraum Viechtach ereignet haben. Damals war das Tier etwa ein halbes Jahr alt.

Jagdverband distanziert sich

Die Kreisgruppe Viechtach des Bayerischen Jagdverbands hat sich von der Luchswilderei distanziert. Der 1. Vorsitzende Werner Troiber sagte im BR-Gespräch, er verurteile solche Taten vehement. Er wolle zunächst die Ermittlungsergebnisse der Polizei abwarten. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden, so Troiber.

Kein Kavaliersdelikt

Der Landesbund für Vogelschutz zeigt sich "schockiert, dass schon wieder einem Luchs im Bayerischen Wald illegal nachgestellt wurde". So reagiert der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer in einer Pressemitteilung auf den Fall. LBV und auch die Gregor Louisoder-Umweltstiftung "begrüßen es außerordentlich, dass die Behörden dem Fall konsequent nachgegangen sind." Das sei die einzige Möglichkeit, den Tätern zu zeigen, dass es sich nicht um Kavaliersdelikte handelt. Die Umweltschutzverbände wollen den öffentlichen Druck auf Wilderer weiter erhöhen.

Polizei sucht Zeugen

Am 12. September ist erstmals ein Jäger aus dem Landkreis Cham wegen der illegalen Nachstellung von Luchsen zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Auch im aktuellen Fall in Bischofsmais ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft weiter. Die Polizeiinspektion Regen bittet um sachdienliche Hinweise von Zeugen. Dem unbekannten Täter drohen bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe, so die Polizei, weil Luchse eine streng geschützte Tierart sind.