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Blick auf den Hauptbahnhof in Schwandorf. Die Bahnstrecke Nürnberg–Schwandorf soll elektrifiziert werden.

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Gutachten: Bahnstromleitung nach Schwandorf sinnvoll

Ein unabhängiges Gutachten bestätigt: Die geplante Bahnstromtrasse zwischen Nürnberg und Schwandorf bleibt die sinnvollste Lösung zur Elektrifizierung der Bahnstrecken in Nordostbayern. Die Gegner der Stromtrasse fordern weiter Alternativen.

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Von
  • Margit Ringer
  • BR24 Redaktion

Seit knapp einem Jahr sorgt eine geplante Bahnstromleitung im Landkreis Amberg-Sulzbach für Streit zwischen der Deutschen Bahn und Anwohnern. Nun spricht sich ein unabhängiges Gutachten der TU Dresden für den Bau der 100 Kilometer langen Freileitung von Mittelfranken bis nach Schwandorf aus. Das Gutachten wurde jetzt in Hersbruck vorgestellt, es umfasst rund 100 Seiten.

Experte wird auch von Stromtrassengegnern akzeptiert

Erstellt wurde es von dem renommierten Bahntechnikexperten Professor Arnd Stephan, den sich auch die Interessensgemeinschaft "Bahnstrom - so nicht" als unabhängigen Experten gewünscht hatte. Eingeflossen seien auch die Vorschläge der IG, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Bahn. In der Gesamtschau von vielen Faktoren empfehle der Gutachter einen Anschluss an das zentrale deutsche Bahnstromnetz als "sinnvollste Lösung". Eine dezentrale Versorgung aus dem öffentlichen Netz verursache deutlich höhere Kosten für den Steuerzahler.

Gutachten empfiehlt Anschluss an zentrales Bahnstromnetz

Einbezogen wurden als Kriterien Kosten, Versorgungssicherheit, Verfügbarkeit aber auch Interoperabilität im europäischen Schienensystem sowie die Auswirkungen auf Mensch und Natur. "Am Ende war die Wirtschaftlichkeit der entscheidende Faktor, der uns heute eine klare Empfehlung ermöglicht", so Stephan.

Laut Deutscher Bahn soll die Bahnstromleitung die Elektrifizierung der Strecken in Nordostbayern voranbringen und sicherstellen. Wann genau zum Beispiel die Strecke von Nürnberg nach Schwandorf allerdings elektrifiziert wird ist noch unklar.

Gegner: Freileitung durch die Landschaft nicht mehr zeitgemäß

Die IG "Bahnstrom - so nicht" - mit Mitgliedern von Pommelsbrunn bis Amberg - forderte eine Einspeisung von Strom aus dem öffentlichen Netz oder die Überprüfung von Wasserstoff- oder akkubetriebenen Loks. Sie hält den Bau einer Freileitung durch die Landschaft nicht mehr für zeitgemäß.

Die Mitglieder im Kreis Amberg-Sulzbach kritisieren auch, dass durch den Landkreis eine Leitung gebaut werden soll, die zur Sicherstellung der Elektrifizierung anderer Strecken dienen soll, nämlich für die Bahnlinien Regensburg-Hof oder auch Nürnberg-Marktredwitz.

Infoabend für Anwohner und Interessierte am 29. Juni

Entlang der Gleise von Nürnberg nach Schwandorf kann die Stromleitung laut Bahn nicht gebaut werden, weil die Schienen zu nah an Wohn- und Stadtgebieten vorbeiführen würden. Noch heuer soll laut DB das Raumordnungsverfahren für den Neubau der Stromleitung starten. Anwohner und Interessierte können sich am 29. Juni um 18 Uhr auch bei einem digitalen Themenabend über das Gutachten informieren.

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Die geplante Elektrifizierung der Bahnstrecken im Nordosten Bayerns hat schon für viel Streit zwischen der Deutschen Bahn und den Anwohnern gesorgt. Ein unabhängiges Gutachten empfiehlt nun, die Strecken an das deutsche Bahnstromnetz anzuschließen.

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