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Gut Aiderbichl durch Corona-Krise in Schieflage | BR24

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Tierheime und Gnadenhöfe leiden wirtschaftlich unter der Corona-Krise. So trifft die aktuelle Lage das in der Nähe von Salzburg ansässige Gut Aiderbichl mit seinen bayerischen Gutshöfen in Iffeldorf und Deggendorf.

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Gut Aiderbichl durch Corona-Krise in Schieflage

Auch Tierheime und Gnadenhöfe leiden wirtschaftlich stark unter der Corona-Krise. So trifft die aktuelle Lage auch das in der Nähe von Salzburg ansässige Gut Aiderbichl mit seinen bayerischen Gutshöfen in Iffeldorf und Deggendorf.

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Die Auswirkungen des teilweisen Shutdown in der Corona-Krise sind in vielen Bereichen zu spüren. Auch Tierheime und Gnadenhöfe stürzen wirtschaftlich immer mehr ab. Unter anderem betroffen: Gut Aiderbichl bei Salzburg, das in Bayern Gutshöfe in Iffeldorf und Deggendorf unterhält.

Beängstigende Stille ohne Besucher

Auf den Gutshöfen, die sonst für Besucher geöffnet sind, ist es still. Keine Menschen, die kommen, um die Tiere zu streicheln. Keine Kinderstimmen. Keine neuen Paten, die den Tieren ein Leben in Pflege und Ruhe bis ans Ende ihrer Tage ermöglichen.

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Dieter Ehrengruber, Geschäftsführer von Gut Aiderbichl

Die Schließung - ein schwerer Schlag

Dieter Ehrengruber, Geschäftsführer von Gut Aiderbichl, erinnert sich, dass ihm die Nachricht an einem Freitag, den 13-ten, erreicht hat.

"Es ging dann sehr schnell. Wir haben alle Güter, die besuchbar sind bei Gut Aiderbichl, schließen müssen. Ab dem Tag gab es keine Besucher, keine Einnahmen, keine Gastronomie oder Merchandising, keine neuen Paten, die vor Ort dazu gekommen sind." Dieter Ehrengruber, Geschäftsführer von Gut Aiderbichl

Dem Gnadenhof wurde auf einmal die Lebensgrundlage entzogen.

Tägliche Kosten im fünfstelligen Bereich

Gut Aiderbichl unterhält 30 Gnadenhöfe. Die 6.000 Tiere werden jetzt weiterhin versorgt, gepflegt, gefüttert. Das kostet Geld. Pro Tag sind das 38.000 Euro. In Deutschland ergeben sich daraus 18.000 Euro, die Tag für Tag als Verlustbetrag zu Buche schlagen.

In anderen Betrieben ist bei weniger Einnahmen durch Aufträge, Gäste oder Besucher der Antrag auf Kurzarbeit möglich. Bei Gut Aiderbichl funktioniert das aber mit gerade mal 20 Prozent der Belegschaft, da der Rest tierrelevant arbeitet. Die Tiere brauchen ihr tägliches Futter. Sie müssen weiterhin gepflegt, die Ställe müssen ausgemistet werden.

Soforthilfe - Fehlanzeige!

Gut Aiderbichl versucht - laut Geschäftsführer Dieter Ehrengruber - öffentliche Gelder zu bekommen, nur sehe es in Deutschland in der jetzigen Situation schwieriger aus.

"In Österreich bekommen wir einen Kredit, der uns vielleicht hilft, die Fixkosten a bisserl abzufedern, aber das Geld dafür bekommen wir erst 2021." Dieter Ehrengruber, Geschäftsführer von Gut Aiderbichl
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Hansi Süß, Gutsleiter in Iffeldorf

Die Tiere merken die Veränderung

Der Gutsleiter in Iffeldorf, Hansi Süß, stellt fest, dass die Tiere jetzt zwar das Gut für sich allein haben, aber die Menschen fehlen ihnen. Der tägliche Kraulgast ist nicht da. Die Esel, Schafe, Ponys, Pferde oder Ziegen begeben sich auf die Suche, wo vielleicht doch ein Mensch sein könnte, der ihnen Liebe entgegenbringt. Allein für die Mannschaft in Iffeldorf mit 300 Tieren ist das in der Form, wie es die Vierbeiner gewohnt sind, leider nicht möglich.

In dieser Situation sind die Tiere deprimiert und freudlos. Die sonst tägliche Spritzigkeit, wenn sie in der Früh aus ihren Stallungen kommen, ist weniger geworden. Sie spüren, dass sich etwas verändert hat. Die geliebten Menschen sind nicht da, aber sie verstehen nicht warum. Traurige Tieraugen sehen sich auf dem menschenleeren Gnadenhof um.

Abhilfe durch Spende oder Patenschaft

Zumindest eine finanzielle Unterstützung ist nötig, damit die Tiere überleben können. Dies geht durch Spenden oder eine Patenschaft und betrifft nicht nur Gut Aiderbichl, sondern auch alle anderen Gnadenhöfe und Tierheime, die besonders in diesen Zeiten auf Unterstützung angewiesen sind.

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