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Gurken-Virus erstmals in Bayern nachgewiesen - Ernte in Gefahr | BR24

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Erstmals haben Wissenschaftler des Leibniz Instituts DSMZ in Braunschweig zusammen mit Kollegen aus Nürnberg und Freising das Gurkenvirus in Deutschland isoliert. Die Ergebnisse der Forscher wurden jetzt in einem Fachmagazin veröffentlicht.

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Gurken-Virus erstmals in Bayern nachgewiesen - Ernte in Gefahr

Das Gurken-Virus "Cucurbit aphid-borne yellows virus, (CABYV)" kann ganze Ernten zerstören und neben Gurken auch Kürbisse und Zucchini befallen. Übertragen wird es durch Blattläuse. Wissenschaftler haben es jetzt erstmals in Bayern nachgewiesen.

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Erstmals haben Wissenschaftler des Leibniz Instituts DSMZ in Braunschweig zusammen mit Kollegen aus Nürnberg und Freising das Gurkenvirus in Deutschland isoliert. Die Ergebnisse der Forscher wurden jetzt in einem Fachmagazin veröffentlicht. An der DSMZ werden Mikroorganismen sowie Zellkulturen gesammelt, erforscht und archiviert.

Bereits 2019 waren Ernten in Bayern von dem Gurken-Virus betroffen

Bayerische Landwirte klagten bereits im letzten Jahr über enorme Ernteausfälle von bis zu 50 Prozent. Die Gurkenpflanzen seien von einer nicht bekannten Krankheit infiziert worden. Die Infektionsrate lag teilweise bei 90 Prozent. Anlass für die Wissenschaftler zu forschen, an was das liegen könnte. Es stellte sich heraus: Schuld ist die Blattlaus.

„Das Cucurbit aphid-borne yellows virus wurde 1988 in Frankreich entdeckt und infiziert Kürbisgewächse wie Gurken, Zucchini oder Kürbis. Eine Infektion führt unter anderem zu Chlorophyllmangel und Blattverdickung und geht mit teils massiven Ernteeinbußen einher. Das Virus wird von Blattläusen übertragen und ist im Mittelmeerraum verbreitet.“ Dr. Wulf Menzel, Leibniz-Institut DSMZ

Gurken-Virus könnte sich von Bayern über ganz Europa ausbreiten

Die Wissenschaftler befürchten, dass die Infektion in Deutschland erst der Anfang ist. Das Virus könnte sich schnell in ganz Mitteleuropa ausdehnen und es wird nicht so schnell verschwinden, denn die Überwinterungschancen für die Schädlinge sind groß. Mittlerweile wurde das Virus auch in der Slowakei und in Polen entdeckt.

„Da die Blattläuse, die das Virus übertragen sowie natürliche Überwinterungswirte (verschiedene Unkräuter) des Virus bei uns heimisch sind, ist davon auszugehen, dass das Virus auch im nächsten Jahr die Bestände der Kürbisgewächse in Deutschland und weiteren Ländern im nördlicheren Europa bedrohen wird.“ Dr. Wulf Menzel, Leibniz-Institut DSMZ

Das einzige, was gegen die Ausbreitung des Virus helfen könnte, ist die effektive Vernichtung der Blattläuse und Präventionsmaßnahmen vor dem Anbau von Gurken, Kürbissen und Zucchini, so das Institut.

Größtes Gurkenanbaugebiet Europas in Niederbayern

Die Gurke ist ein Kurbisgewächs. Sie gehört vor allem im Freistaat zu den wirtschaftlich bedeutendsten Gemüsearten. Der bayerische Gurkenanbau hat eine jahrhundertelange Tradition. Bereits im 16. Jahrhundert gelangte die Gurke nach Bayern. Die optimalen Anbaubedingungen haben die Erfolgsgeschichte der bayerischen Gurke mit begründet: Heute befindet sich in Niederbayern das größte zusammenhängende Anbaugebiet in Europa.

Gurke ist das Gemüse des Jahres

Gurken enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe und im Endeffekt könnte man sie heute als Superfood bezeichnen, denn sie sind gleichzeitig auch ein idealer Schlankmacher, weil die Gurke kalorienarm ist: 100 Gramm des Gemüses enthalten gerade einmal zwölf Kalorien. Das liegt vor allem am hohen Wasseranteil von 95 Prozent. Die Gurke wurde 2019 zum Gemüse des Jahres gekürt und zwar nicht umsonst, denn das Kürbisgewächs ist harnsäurelösend und wassertreibend. Gurkensaft enthält den Wirkstoff Cucurbitacin, der die Durchblutung der Haut fördert und deswegen auch in der Kosmetik Verwendung findet.

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