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Gurken-Virus auch in Bayern: Experten warnen vor Panikmache | BR24

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Abgestorbene Blätter, abfallende Früchte. Eine Pflanzenkrankheit beunruhigt derzeit Gemüsebauern insbesondere auch in Niederbayern: das sogenannte Gurken-Virus. Forscher haben das Virus auch in Bayern festgestellt.

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Gurken-Virus auch in Bayern: Experten warnen vor Panikmache

Abgestorbene Blätter, abfallende Früchte. Eine Pflanzenkrankheit beunruhigt derzeit Gemüsebauern insbesondere auch in Niederbayern, das sogenannte Gurken-Virus. Forscher haben das Virus auch in Bayern festgestellt.

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Forscher des Leibnitz Instituts in Braunschweig warnen vor dem neu nachgewiesenen Gurken-Virus "Cucurbit aphid-borne yellows virus, (CABYV)", das ganze Ernten zerstören und neben Gurken auch Zucchini und Kürbisse befällt. Auch in Bayern wurde das Virus inzwischen nachgewiesen. Experten warnen aber vor Panikmache.

Virus hauptsächlich in Gewächshäusern

Im größten europäischen Freiland-Anbaugebiet für Einlegegurken in Niederbayern wurde das Virus bislang nicht nachgewiesen. Das haben Recherchen des Bayerischen Rundfunks ergeben. Der Autor der Studie Dr. Wulf Menzel vom Leibnitz Institut in Braunschweig sagte dem Bayerischen Rundfunk, nach jetzigem Stand sei das Virus bundesweit im vergangenen Jahr in rund 30 Betrieben nachgewiesen worden. Hauptsächlich in Gewächshäusern, vereinzelt auch in Bayern.

Bisher kein Nachweis bei Freilandgemüse

Der Erreger wird von Blattläusen übertragen. Eine Infektion mit dem Gurken-Virus führt unter anderem zu Chlorophyllmangel und Blattverdickung. In einzelnen Betrieben sei es dadurch zu Verlusten von bis zu 50 Prozent der Ernte gekommen.

Im riesigen niederbayerischen Freiland-Anbaugebiet für Einlegegurken habe man im vergangenen Jahr eine gute durchschnittliche Ernte eingefahren, so Josef Hofmeister von der Gurkenerzeugerorganisation Bayern kurz GEO auf Anfrage. Hinweise auf das neue Virus auf den großen Freilandfeldern in Niederbayern habe man nicht gesehen. Laut Originalveröffentlichung der Studie im Fachmagazin "New Desease Reports" sei das Virus an Freilandgurken in Deutschland bislang überhaupt nicht nachgewiesen worden, so der Vertreter der Gurkenanbauer.

Experten: Keine Panik, aber Wachsamkeit sei angebracht

Panik sei nicht angebracht, man müsse aber immer wachsam sein, so die Experten. Die Bestände würden in der Vegetationsphase laufend beobachtet und untersucht. Das Julius Kühn Bundesforschungsinstitut für Pflanzenkultur geht in einer Risikobewertung davon aus, dass sich das neue Gurken-Virus in Deutschland im Freiland nicht dauerhaft ansiedeln wird.

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