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Gurken im Schreibtisch: Erste Demenzwoche in Niederbayern | BR24

© pa/dpa/Jens Kalaene

Ein Klebezettel mit dem Schriftzug "Herd aus?" klebt an einem Herd neben den Drehknöpfen

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    Gurken im Schreibtisch: Erste Demenzwoche in Niederbayern

    Zum ersten Mal findet bayernweit eine Demenzwoche statt. Auch in Niederbayern laden zahlreiche Veranstaltungen dazu ein, das Thema aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Angehörige sollen dabei Hilfen im Umgang mit Demenzkranken erhalten.

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    Der Film "Vergiss mein nicht" von David Sieveking leitet am Freitag um 17.00 Uhr am Universitätsklinikum in Regensburg die erste bayernweite Demenzwoche ein. Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) als Initiatorin dieser Demenzwoche möchte damit erreichen, dass diese Erkrankung in der Öffentlichkeit mehr Beachtung findet und sich ein neues Bewusstsein bildet für den Umgang mit Demenz.

    Kommunikation mit Demenzkranken

    So diskutieren am Freitagabend im Pflegeheim St. Nikola in Straubing Experten mit betroffenen Angehörigen über die Möglichkeiten, wie Kommunikation mit Demenzkranken gelingen kann. Denn die Betroffenen haben oft Schwierigkeiten sich auszudrücken.

    Verschiedene Formen von Demenz

    Das Klinikum in Passau klärt bei einem Informationstag am Samstag darüber auf, was Demenz ist, welche Formen es gibt, und wie die Diagnose erstellt wird. Eine Woche später gibt es auf einem Aktionstag in der Passauer Stadtgalerie Auskünfte zu Demenzfreundlichkeit im Umgang mit Betroffenen.

    "Gurken in Opas Schreibtisch"

    Demenzkranke verlegen oftmals Dinge an völlig seltsame Plätze. Mit spielerischen Szenen zeigt die BRK Berufsfachschule in Plattling (Lkr. Deggendorf) am Montag unter dem Motto "Gurken in Opas Schreibtisch" auf, welche Herausforderungen sich mit dem Krankheitsbild Demenz für Angehörige und Betroffene ergeben können. In Deggendorf geben am Samstag Experten vom Malteser Hilfsdienst auf dem Bauernmarkt Anregungen zur Entlastung pflegender Angehöriger, beraten über "Sport und Bewegung trotz Demenz" und informieren darüber, wie sich Angehörige Unterstützung durch die Pflegekassen holen können.

    Behandlungsmöglichkeiten bei Demenz

    Auch das Bezirksklinikum Mainkofen im Kreis Deggendorf bietet am Donnerstag einen Infotag an. In Vorträgen und Filmbeiträgen wird zum einen das Krankheitsbild Demenz beleuchtet, zum anderen werden Behandlungsmöglichkeiten aufgezeigt.

    Alltag mit Demenzkranken humorvoll in Szene gesetzt

    Im Landkreis Landshut blicken Experten aus medizinischer Sicht auf die Erkrankung Demenz, und in Ergolding wird in einem Theaterstück am Samstag (21.09.) empathisch und mit Humor ein typischer Alltag von Betroffenen und Angehörigen aufgezeigt.

    💡 Folgen von Demenz?

    In Bayern gehen rund sechs Prozent der Sterbefälle auf Demenz zurück. Die Sterberate der Krankheit werde, laut dem Gesundheitsreport Bayern, unterschätzt. Insgesamt sind 240.000 Menschen im Freistaat an Demenz erkrankt, über 95 Prozent davon sind älter als 65 Jahre. Etwa zwei Drittel der Erkrankten sind Frauen. Das liegt vor allem daran, dass sie eine höhere Lebenserwartung haben. Ein höheres Erkrankungsrisiko ist nicht nachgewiesen.

    Einer Studie des Robert-Koch-Instituts zufolge pflegen 6,9 Prozent aller Erwachsenen regelmäßig eine Person im privaten Umfeld. Überträgt man die bundesdeutschen Daten auf Bayern, wäre von rund 750.000 pflegenden Angehörigen in Bayern auszugehen. Analysen der AOK zeigen zudem, dass bundesweit 60 Prozent der Heimbewohner eine Demenzdiagnose aufweisen. Die direkten Krankheitskosten für die Behandlung und Pflege von Menschen mit Demenz werden vom Statistischen Bundesamt für Deutschland im Jahr 2015 mit rund 16 Milliarden Euro beziffert. Auf Bayern übertragen wären das rund 2,6 Milliarden Euro. Bezieht man die mit den Demenzen verbundenen Begleit- und Folgeerkrankungen mit ein, ergeben sich noch deutlich höhere Kosten. (Erklärt von Claudia Grimmer, BR24 -Redaktion)