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Schüler in Bayern gurgeln regelmäßig für eine Studie, um sich auf eine Infektion mit dem Coronavirus testen zu lassen.

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    Gurgeltest-Studie: Genauer, empfindlicher und schneller

    Gurgeln, spucken, Test in der Schule abgeben und in das Labor. Seit Ende Februar gurgeln die ersten Schulkinder in Regensburg, um sich auf das Coronavirus testen zu lassen. Jetzt gibt es die erste Bilanz eines Experten zur dazugehörigen Studie.

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    Von
    • Michelle Balzer
    • BR24 Redaktion

    Morgens nach dem Aufstehen Leitungswasser gurgeln, die Flüssigkeit in zwei Röhrchen füllen, die Proben in der Schule abgeben und fertig. Die Gurgeltest-Studie Wicovir dauert in knapp 170 Schulen weiter an. Der Regensburger Universitätsprofessor und Kindermediziner Michael Kabesch ist Studienleiter und zeigt sich zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen.

    Gurgeltests: Genauer, schneller und empfindlicher als Schnelltests

    Zusammengefasst seien die Gurgeltests genauer, empfindlicher und schneller im Vergleich zu den bereits bekannten Schnelltests. In acht von neun Fällen, in denen gleichzeitig Antigen-Schnelltests und die Gurgeltests durchgeführt wurden, hat der Antigen-Schnelltest den positiven Fall jeweils nicht erkannt.

    "Also das ist die Quintessenz, die wir ziehen: Die Gurgel-Pool-PCR-Testung ist einfacher, wird besser angenommen, ist deutlich günstiger und, das ist für uns das wichtige, ist qualitativ dem Antigen-Test in der Früherkennung haushoch überlegen." Prof. Michael Kabesch, Studienleiter

    Schulen vergeben Noten für verschiedene Testarten

    Auch die Resonanz von außen ist laut Kabesch durchweg positiv. Sie haben sich von den teilnehmenden Schulen Noten geben lassen. Das Fazit: "Der Antigen-Schnelltest hat eine 4 bekommen, die Gurgel-Pool-PCR-Testung eine 1 Minus. Ich glaube also, wir haben deutlich besser abgeschnitten."

    Experte sieht kein erhöhtes Risiko für Manipulationen

    Vor knapp vier Monaten haben die ersten Schulen in Regensburg mit den Gurgeltests begonnen. Das Ziel der dazugehörigen Studie ist es zu zeigen, dass diese Art des Corona-Tests, also durch Gurgeln zu Hause und dann in Kombination mit einem PCR-Test im Pool, funktioniert.

    Doch können die Tests durch das unbeaufsichtigte Gurgeln von zu Hause nicht einfach manipuliert werden? Michael Kabesch erklärt: "Jedes Testsystem kann betrogen werden. Aber das ist nicht unsere Aufgabe. Wir sind keine Test-Polizei. Ich glaube, wir müssen uns ein bisschen davon verabschieden, dass wir unseren Mitbürgern nicht trauen und immer das Schlimmste unterstellen. Wenn ein Pool positiv ist, das erkennen wir, aber auch, ob da jemand Wasser reingefüllt hat oder etwas anderes. Dann sieht man das auch."

    Was kommt nach den Sommerferien?

    Bereits im Herbst 2020 hatte Kabesch in Zusammenarbeit mit dem Regensburger Domspatzen-Gymnasium Methoden entwickelt, wie die Tests an Schulen durchgeführt werden können. Inzwischen seien die Tests sehr gut in den Schulalltag integrierbar und zuverlässig. Mit den kommenden Sommerferien soll die Studie beendet werden.

    Mittlerweile haben an der Studie knapp eine Viertelmillion Kinder teilgenommen. Auch Schulen in Nürnberg und Erlangen sind beteiligt. Mit den kommenden Sommerferien soll die Studie beendet werden. Ob die Gurgeltests auch nach den Sommerferien eingesetzt werden, ist noch nicht klar.

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