BR24 Logo
BR24 Logo
Alles zur Maskenpflicht

Gunzenhausen: Elektronischer Schnüffler sucht Biomüll-Sünder | BR24

© BR-Studio Franken/Henry Lai

Mülllaster leert seine Bioabfall-Sammlung aus

Per Mail sharen

    Gunzenhausen: Elektronischer Schnüffler sucht Biomüll-Sünder

    Die Deutschen gelten als Weltmeister im Mülltrennen. Doch wenn es ums Detail geht, nehmen es nicht alle so genau. Der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen will die Reinheit des Bioabfalls verbessern und hat sich dafür einen Abfalldetektor angeschafft.

    Per Mail sharen

    Ein Wohngebiet in Gunzenhausen. Hier werden gerade die Biotonnen geleert. Heinz Burre und seine Kollegen arbeiten sich von Tonne zu Tonne vor. Hinten am Müllwagen befindet sich ein elektronischer Detektor, der die "Reinheit" des Abfalls kontrolliert. Denn da hapert es noch ein bisschen. Immer wieder finden sie Plastiktüten und einmal sogar eine Blechdose. Und Glas ist keine Seltenheit, erzählt Heinz Burre.

    "Im ersten Moment fällt einem da nichts ein, weil das ist Bio und das ist zum Abbauen und da gehört wirklich nichts anderes rein als das, was man wieder verwenden kann. Kein Glas oder so was, also das geht gar nicht." Heinz Burre, Müllwerker

    Verwarnungssystem für falsch befüllte Biotonnen

    Seit August sind die Arbeiter mit ihrem elektronischen Schnüffler im ganzen Landkreis unterwegs. Wer einmal erwischt wird, bekommt eine gelbe Karte. Das heißt: Verwarnung und bitte beim nächsten Mal besser machen. Wer wiederholt sündigt, bekommt die rote Karte - und die Tonne bleibt stehen.

    © BR-Studio Franken/Henry Lai

    Gelbe Karte an einer Biotonne

    Trennen fördern

    Um die "Trennmoral" der Bevölkerung zu verbessern und den Abfall sauberer zu kriegen, hat der Landkreis den Detektor angeschafft. Flankierend dazu gab es eine Infokampagne, was alles in die braune Tonne gehört. Erste Erfolge gibt es auch schon, erzählt Michael Hufnagel, der Sachgebietsleiter Abfallwirtschaft am Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen.

    "Die Erfahrungen sind, dass in erster Linie die Bevölkerung sensibel geworden ist, dass sie aufmerksam geworden ist auf die Aktion, dass sie auf die Zusammensetzung und Reinheit des Bioabfalls besser achtet. Messbare Ergebnisse, da wird man noch ein bisschen warten müssen, bis wir das beurteilen können." Michael Hufnagel, Sachgebietsleiter Abfallwirtschaft

    Aus der Region für die Region

    Richtig trennen ist nicht nur was für das gute Gewissen, sondern auch gut für den eigenen Garten. Denn jeder Biomüll, der im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen gesammelt wird, kommt zum Humuswerk nach Bechhofen. Der Abfall aus der Region wird so zum Biodünger für die Region - wenn denn die Qualität stimmt. Doch sogenannte Störstoffe wie Plastik müssen erst aufwendig ausgesiebt werden. Doch selbst danach ist nicht alles super, sagt Manfred Schmidt, der Geschäftsführer der Humuswerke in Bechhofen.

    "Leider ist es dann auch so, dass es sich natürlich nicht mehr komplett trennen lässt und wir einen Teil der wertvollen Biomasse mit dem Plastik verwerfen müssen. Das ist ein großes Ärgernis, weil wir das Biogut und den Kompost unbedingt brauchen für den Biolandbau und für die Erdenwerke." Manfred Schmidt, Geschäftsführer der Humuswerke in Bechhofen

    Bis 2030 sollen 30 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe ohne Kunstdünger auskommen – stattdessen sollen sie Komposte und Humus verwenden. Doch damit das klappt, muss es in der Biotonne noch sauberer werden. Es gibt also viel Arbeit für den Biotonnen-Detektor.

    © BR-Studio Franken/Henry Lai

    Humuswerke in Bechhofen

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!