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Symbolbild: Die Diskussion um die frühzeitige Corona-Impfung des Bürgermeisters von Gunzenhausen wurde bei einer Aussprache im Stadtrat beendet.

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    Gunzenhausen: Bürgermeister steht zu seiner Corona-Impfung

    Gunzenhausens Bürgermeister Karl-Heinz Fitz ist erst 59 Jahre alt und hat bereits eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Aufgrund seiner Funktion steht er dazu. Aufgrund der teils negativen Reaktionen würde er es aber nicht mehr so machen.

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    Von
    • Markus Balek

    Als Chef des von der Stadt verwalteten Seckendorff-Heims hätte er täglichen Kontakt zu Bewohnern sowie Pflegepersonal, so Gunzenhausens Bürgermeister Karl-Heinz Fitz (CSU). Deshalb stehe er auch zu der Aktion. Allerdings würde er jetzt nicht mehr so handeln. Fitz hatte, obwohl er mit 59 Jahren nicht zur entsprechenden Altersgruppe gehört, eine Corona-Schutzimpfung erhalten. Daraufhin waren Vorwürfe laut geworden, er sei ein Impfdrängler.

    Bei der Stadtratssitzung am Donnerstagabend kam es zu einer Aussprache zwischen Fitz, der SPD und den Freien Wählern. Gerade die beiden, hätten ihn am meisten an den Pranger gestellt, so der Bürgermeister im BR-Interview. Die Wogen seien nun aber geglättet.

    Mit Shitstorm nicht gerechnet

    Hätte er geahnt, welchen Rattenschwanz seine Impfung nach sich ziehen würde, hätte er auf die Impfung verzichtet. Der Shitstorm ihm gegenüber sowie gegenüber den städtischen Mitarbeitern sei teilweise nicht fair gewesen, so Fitz weiter. Gerade die städtischen Mitarbeiter seien täglich der Gefahr ausgesetzt, sich durch Kontakte zu diversen Personen zu infizieren. Er selbst könne es sich nicht verzeihen, wenn sich seine eigenen Mitarbeiter bei ihm infizieren würden. Auch das sei ein Rechtfertigungsgrund für eine Impfung gewesen, sagte Fitz.

    Impfung war korrekt

    Rein rechtlich beruft sich Fitz auf die Coronavirus-Impfverordnung. Diese regele unter anderem, dass Personen, die in stationären Einrichtungen tätig sind, einen Anspruch auf Schutzimpfung haben.

    "Als Bürgermeister und damit auch Chef des von der Stadt verwalteten Seckendorff-Heims komme ich mindestens einmal wöchentlich entweder durch Besuche oder durch Kontakt zur Heimleitung in unmittelbaren Kontakt." Karl-Heinz Fitz (CSU), Bürgermeister von Gunzenhausen

    Wogen geglättet in Stadtratssitzung

    In einer Sitzung des Stadtrats wurde Fitzs Impfung thematisiert, nachdem Stadtrat Werner Winter (Freie Wähler) sie auf die Tagesordnung setzen ließ.

    Es habe eine Aussprache gegeben, er habe sich für den Vorgang und das Prozedere entschuldigt. Zu seiner Impfberechtigung stehe er aber weiterhin, sagte Fitz im BR-Interview weiter. Stadtrat Werner Winter (Freie Wähler) äußerte sich im BR-Interview ähnlich. Fitz habe sich entschuldigt. Der Bürgermeister beteuerte, es so nicht wieder tun.

    "Fehler könnten passieren. Wenn man sich dafür entschuldigt, ist es ok. Damit hat sich die Sache für mich erledigt. Wir werden weiterhin gut zusammenarbeiten." Werner Winter (Freie Wähler), Stadtrat Gunzenhausen

    Aufgrund der Aufregung in der Bevölkerung wegen des Falles, seien man es den Bürgerinnen und Bürgern schuldig gewesen, Transparenz zu schaffen, so Winter weiter. "Juristisch gilt es noch zu klären, ob das Vorgehen wirklich rechtens war“, fügt der Stadtratsabgeordnete noch nach.

    Impfen sei Privatangelegenheit

    In der Sitzung des Stadtrats wurde auch die Geheimhaltung Fitzs nach dem Erhalt der Impfung thematisiert und kritisiert. Fitz berief sich darauf, dass Impfen eine Privatangelegenheit sei. Diese Loyalität betreffe laut Fitz übrigens auch das Impfteam und die Personen, die über dessen Impfung Bescheid wussten. Er habe zwar vor seiner Impfung einen Fragenbogen ausfüllen müssen, in welchem auch sein Name und die Funktion abgefragt worden seien, dennoch hätte seine Impfung nicht an die Öffentlichkeit getragen werden dürfen. Zu einem Verdacht wollte sich Fitz allerdings nicht äußern.

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