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Guns n' Roses und Japan-Rinder: Spitzenküche aus dem Bayerwald | BR24

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Ludwig "Lucki" Maurer mit einem Stück Fleisch und BR-Reporterin Alexandra Rinschler

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Guns n' Roses und Japan-Rinder: Spitzenküche aus dem Bayerwald

Er ist ein Spitzenkoch, bei dem sich Sterneköche regelmäßig Ratschläge holen. Er hat schon Rockbands wie Metallica oder Guns n´Roses bekocht und züchtet nebenbei noch japanische Rinder. Und er kommt aus dem tiefsten Bayerischen Wald: "Lucki" Maurer.

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Bayern ist ein echtes Paradies für Feinschmecker, nicht umsonst gibt es dort die höchste Dichte an Spitzengastronomie in Deutschland. Wer jetzt aber an die Klischees der Haute Cuisine denkt, ist bei Starkoch Ludwig "Lucki" Maurer schief gewickelt.

Die Reporterinnen Alexandra Rinschler und Christine Schlech waren vor dem Corona-Lockdown in Rattenberg (Lkr. Straubing-Bogen) im Bayerischen Wald und haben sich nicht nur in der Küche umgeschaut. Denn Maurer, der schon für Guns n' Roses oder Metallica am Herd stand, ist auch Landwirt und züchtet eine ganz edle Rinderrasse - japanische Wagyus.

Ein Kilo Fleisch kostet bis zu 600 Euro

Los ging es 2007, da übernimmt "Lucki" Maurer den alten Hof von seinen Großeltern. Nach jahrelangem Rumreisen als Spitzenkoch in der ganzen Welt, für ihn der perfekte Zeitpunkt endlich sesshaft zu werden. Nur hat er bis dahin mit der Landwirtschaft nicht viel am Hut, will aber ein echtes Alleinstellungsmerkmal:

"Damals, ganz am Anfang hat so ein Kilo Roastbeef vom Wagyu 250 Euro gekostet. Da habe ich mir gedacht, wenn die Leute 250 Euro für ein Roastbeef aus Amerika tiefgekühlt bezahlen, da muss das ja aus Bayern, Bio und frisch - also nicht tiefgekühlt - mindestens das Gleiche wert sein." Ludwig "Lucki" Maurer, Koch und Gastronom

Und er hat Recht: 60 japanische Rinder leben inzwischen auf seinem Bio-Bauernhof im niederbayerischen Schergengrub/Rattenberg und mittlerweile kostet ein Kilo Fleisch von seinen Tieren 400 bis 600 Euro. Wobei auch sein Anschaffungspreis pro Kuh bei über 10.000 Euro liegen kann.

Kuh Gertraud ist Maurers produktivste Mitarbeiterin

Jedes einzelne Tier liegt ihm am Herzen. Deshalb werden sie auch wesentlich älter als übliches Schlachtvieh, so Lucki Maurer.

"Meine allererste Kuh, die ich mir gekauft hab, die ist 16. Aber die Gertraud hat in den Jahren zwölf Kälber bekommen. Sie ist einfach eine produktive Mitarbeiterin, wenn wir es so sehen wollen. Und ich mag jedes meiner Tiere auf seine Art und Weise. Ich rede so über sie, wie manche Leute von ihren Kindern reden." Ludwig "Lucki" Maurer, Koch und Gastronom

Doch auch seine Tiere wandern irgendwann auf den Teller.

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"Lucki" Maurer und BR-Reporterin Alexandra Rinschler auf der Weide

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Ein Burger mit dem Fleisch der japanischen Wagyus-Rinder

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Maurers Restaurant "Stoi" in Schergengrub/Rattenberg

Restaurant "Stoi" direkt neben der Rinderherde

Wenn Lucki Maurer aber vom Fleisch spricht, klingt das wie eine Liebeserklärung. Denn er arbeitet nach dem nose-to-tail-Prinzip: alles vom Tier wird verwertet. Auch Fleischstücke, die eigentlich nicht so begehrt sind, verarbeitet er unkonventionell. Unter anderem dafür hat er 2019 auch den Rolling Pin, den Oscar der Gastronomie, bekommen. Mit seinem ungewöhnlichen Event- und Restaurantkonzept "Stoi", einem umgebauten Stall, direkt neben seinen Wagyus-Rindern.

Starköche regelmäßig im Bayerischen Wald zu Gast

Wichtig ist ihm auch, sich intensiv mit diesem wertvollen Lebensmittel gut auszukennen. Daher lassen sich auch seine Kochkollegen Tim Mälzer, Stefan Marquard und Co. gerne von ihm in Sachen Zubereitung inspirieren. Die Promiköche schauen regelmäßig bei ihm im Restaurant "Stoi" vorbei. Wartezeit auf einen Tisch übrigens sechs Monate - und das im tiefsten Bayerischen Wald.

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Spitzenköche vereint: Ludwig "Lucki" Maurer aus dem niederbayerischen Rattenberg und Tim Mälzer aus Hamburg

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Bayern ist ein echtes Paradies für Feinschmecker mit der höchsten Dichte an Spitzenköchen Deutschlandweit! Einer davon: Lucki Maurer. Und hat schon für Guns´n´ Roses und Metallica gekocht. Ein Küchenbesuch vor Coronazeiten ...

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