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"Güllemord"-Prozess: Verteidigung fordert den Freispruch | BR24

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Der sogenannte Güllemord-Prozess am Landgericht Augsburg steht mit dem Plädoyer der Verteidigung heute (Fr., 15.05., 9 Uhr) kurz vor seinem Abschluss.

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"Güllemord"-Prozess: Verteidigung fordert den Freispruch

Am Landgericht Augsburg steht der "Güllemord-Prozess" kurz vor dem Abschluss: Die Verteidigung hält am 15. Mai ihr Plädoyer. Sie fordert die Freilassung eines 55-jährigen Landwirts, dem die Staatsanwaltschaft den Totschlag an seiner Frau vorwirft.

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Ein 55-jähriger Landwirt aus Birkhausen, einem Ortsteil der Marktgemeinde Wallerstein (Lkr. Donau-Ries), musste sich ursprünglich wegen des Vorwurfs des Mordes an seiner Ehefrau verantworten. Doch den ursprünglichen Vorwurf des Mordes aus Habgier verfolgt die Staatsanwaltschaft nicht mehr. Stattdessen fordert sie nun eine Haftstrafe von 13 Jahren und sechs Monaten wegen Totschlags.

Verteidigung fordert Freispruch

Die Verteidigung hält am heutigen Freitag (9 Uhr) ihr Plädoyer vor dem Landgericht Augsburg. Rechtsanwalt Peter Witting erklärte, dass man von einem Unfall ausgehe und man deswegen einen Freispruch fordern werde.

Aus Sicht der Verteidigung sei es möglich, dass das Opfer selbst in die Güllegrube gestiegen sei, sich dabei am Kopf verletzt und es wieder hinaus geschafft habe, dann jedoch verstorben sei.

Ehefrau lag tot in einer Güllegrube

Die 51-jährige Ehefrau war im September 2018 nach einem Notruf ihres Mannes tot neben der Güllegrube des Hofes gefunden worden. Im Zuge der Ermittlungen wurde der Ehemann festgenommen. Laut Anklage soll er seine Frau am Kopf geschlagen und mit Gülle übergossen haben. Daran sei sie erstickt. Die Ehe des Paares soll zerrüttet gewesen sein.

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Die Verteidiger des angeklagten Landwirts haben vor dem Landgericht Augsburg auf Freispruch plädiert. Sie sehen nicht ausreichend Beweise für eine mögliche Tötung.

Frau wollte Mann und Hof verlassen

In dem kleinen Dorf Birkhausen ist der Fall nach wie vor ein großes Thema. Dorfbewohner beschreiben das Opfer übereinstimmend als fleißige und aufgeschlossene Bäuerin. Verheiratet sei das Paar aber nur noch auf dem Papier gewesen. Die Ehefrau habe noch den 18. Geburtstag ihres jüngsten Sohnes abgewartet und wollte dann ihren Mann und den Hof verlassen. Das erklärten auch Zeugen während des Prozesses.

Urteil wird wohl noch nicht fallen

Laut einem Gerichtssprecher ist es unwahrscheinlich, dass am heutigen Freitag noch das Urteil fällt. Der nächste Verhandlungstag ist der kommende Mittwoch (20. Mai).