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Drohende Wasserknappheit? Niederbayern sollen Trinkwasser sparen | BR24

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Ein Schild zur Wasserknappheit (Symbolbild)

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Drohende Wasserknappheit? Niederbayern sollen Trinkwasser sparen

Droht Ostbayern eine Wasserknappheit? Die Regierung von Niederbayern spricht in einer aktuellen Mitteilung von messbar sinkenden Grundwasserpegeln und ruft die Bevölkerung auf, sparsam mit Trinkwasser umzugehen. Wie ist die Situation wirklich?

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Weil die Grundwasserstände in Niederbayern derzeit extrem niedrig sind, bittet die Regierung von Niederbayern alle Bürger Trinkwasser zu sparen. In einer Mitteilung heißt es, dass in den vergangenen Jahren in den Wintermonaten die üblichen starken Schneefälle und langanhaltenden Regenperioden ausgeblieben sind. Dadurch ist der Grundwasserspiegel gesunken.

Negativ-Rekord

Die Regenfälle im Sommerhalbjahr verdunsten dagegen sehr schnell und füllen das Grundwasser somit nur wenig auf. Seit dem Jahr 2003 werden in Niederbayern Defizite bei der Grundwasserneubildung aufgezeichnet, so die Regierung. Im vergangenen Jahr wurden an vielen Messstellen sogar die niedrigsten Wasserstände seit Beginn der Aufzeichnungen beobachtet.

Ähnliche Situation in der Oberpfalz

Auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks erklärt die Regierung der Oberpfalz, dass auch in ihrem Bereich die Grundwasserstände teilweise niedrig bis sehr niedrig sind. Die Gründe dafür sind ähnlich wie in Niederbayern. Vor allem im Winter fehlen langanhaltende Niederschläge um das Grundwasser neu zu bilden. Aktuell sind die Vorräte laut Regierung der Oberpfalz aber noch ausreichend, lediglich kleinere Quellen könnten nach langen Trockenphasen an "die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit kommen."

Wasserversorger noch entspannt aber gewarnt

Die Wasserversorgung Mittlere Vils mit Sitz in Aham (Lkr. Landshut) hat sich auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks zum Appell der Regierung von Niederbayern geäußert. Werkleiter Markus Schmitz erklärt, dass die Situation aktuell noch nicht dramatisch sei. Die Trinkwasserreserven seien vorhanden, die Grundwasserneubildung aber definitiv ein Problem: "Aktuell muss niemand Angst haben, dass kein Wasser aus der Leitung kommt. Es ist genügend einwandfreies Wasser da. Aber wir müssen an die nächsten Generationen denken und deswegen Wasser sparen, da Wasser keine unendliche Ressource ist. Die Reserven werden weniger, das ist keine Panikmache der Regierung, sondern eine Sensibilisierung."

Thematik bekommt mehr Aufmerksamkeit

Laut Markus Schmitz ist der Rückgang des Grundwassers regional sehr unterschiedlich. Durch intensive Bewässerung von Feldern oder lange Löscheinsätze wird laut Schmitz aktuell auch viel mehr Wasser verbraucht als in früheren Jahren. Ähnlich äußert sich Hermann Gruber von der Wasserversorgung Bayerischer Wald im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk: "Die Versorgung mit erstklassigem Trinkwasser ist bei uns natürlich gesichert, die Trinkwassertalsperre Frauenau hat sich in der letzten Zeit auch erholt. Trotzdem sollte man mit der kostbaren Ressource Trinkwasser sorgfältig umgehen." Der Regierung von Niederbayern gibt Hermann Gruber aber in großen Teilen Recht und er sieht es positiv, dass die Thematik „Wasserversorgung“ mehr Aufmerksamkeit bekommt.

Wassersparen im Alltag

Um Trinkwasser zu sparen, sollten Bürger zum Beispiel versuchen, den Garten mit Regenwasser anstatt Trinkwasser zu bewässern. Swimmingpools und Schwimmteiche sollten in der aktuell angespannten Lage nur selten befüllt werden. Moderne Autowaschanlagen sammeln das Wasser während des Waschvorgangs. Durch eine Reinigung in Filteranlagen kann es anschließend erneut verwendet werden.