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Bayern

Hoffen auf verregneten Sommer | BR24

© picture-alliance/dpa / Lisa Wurster

Fluss Lech am Forggensee, Schwangau, Deutschland

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    Hoffen auf verregneten Sommer

    Nach der Trockenheit im vergangenen Jahr hat der Dezember die Trendwende gebracht. Die Regenfälle im neuen Jahr haben ebenfalls den angenehmen Nebeneffekt, dass die Grundwasserpegel in Bayern langsam wieder steigen – doch nur oberflächlich.

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    Die Trockenheit des letzten Jahres und der Halbjahre zuvor ist noch zu spüren, auch wenn es seit Dezember in Bayern überdurchschnittlich viel Niederschlag gegeben hat: Bis zum eineinhalbfachen der normalen Menge, so das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU):

    "Das Winterhalbjahr war bisher überdurchschnittlich feucht. Dabei waren insbesondere die Monate Dezember 2018, sowie Januar und März 2019 zu nass. Die Niederschlagssumme im bisherigen hydrologischen Winterhalbjahr (1. Nov. 2018 bis 17. Mrz. 2019) beträgt für Nordbayern 333 mm (108% vom Mittel 1981-2010) und für Südbayern 395mm (119% vom Mittel)." Angaben des LfU

    Regen und Schnee füllen die Grundwasserspeicher

    Besonders viel Regen ist in den östlichen Mittelgebirgen vom Hofer Land bis zum Bayerischen Wald gefallen - und am Alpenrand. Doch auch in den anderen Regionen Bayerns gab es ordentlich viel Schnee und Regen. Damit haben sich die Grundwasservorräte spürbar erholt. Allerdings zeigt noch immer fast ein Drittel der oberflächennahen Messstellen zu niedrige Werte. Im tieferen Grundwasser sind es mehr als die Hälfte, so die Statistik des LfU.

    "Insbesondere an den Grundwasserständen der tieferen Grundwasserstockwerke sind noch die Auswirkungen der letzten Trockenperioden (Juni/Juli 2017, Winter 2016/2017, Sommer/Herbst 2015) nachvollziehbar. Aufgrund der insgesamt zu geringen Niederschläge in den letzten Jahren weist die Grundwasserneubildung in Bayern seit 2003 ein deutliches Defizit auf." LfU-Sprecher

    Die Trinkwasserversorgung in ganz Bayern ist allerdings gesichert. Sie wäre es sogar, wenn es längere Zeit überhaupt nicht mehr regnen würde, sagen Experten der Wasserwirtschaftsämter.

    Immer noch niedrige Werte in tieferen Grundwasserschichten

    Erst ein richtig verregneter Sommer könnte das Grundwasser auch in der Tiefe wieder einigermaßen ins Lot bringen.

    Darauf hoffen auch die Bauern, denn die Böden sind in den obersten 40 Zentimetern gut durchfeuchtet, darunter werden sie aber schnell staubtrocken. Die Folge: Anfang März konnten die Bauern wegen des starken Regens nicht auf die Felder.

    Sommergetreide teilweise bereits gesät

    Glücklicherweise haben viele Bauern einen Teil des Sommergetreides schon säen können, weil es vorher in der zweiten Februarhälfte einigermaßen trocken war, sagt Andreas Brömser, der agrarmeteorologische Berater des Deutschen Wetterdienstes in Weihenstephan.

    "Den Rest der Woche bleibt es eher trocken und es wird tagsüber immer milder. So kann man viele Felder wieder befahren. Aber das hängt auch vom Boden ab, ob es ein Nordhang ist oder ein Südhang. Für die Bauern darf es jetzt insgesamt wärmer und wüchsiger werden." Agrarmeteorologe Andreas Brömser

    Falls der Sommer normal läuft, reicht die Feuchtigkeit sogar im traditionell eher trockenen Mainfranken. Denn auch dort ist der Oberboden derzeit feucht genug.

    Sorge vor erneutem Dürre-Sommer mit langanhaltender Trockenheit

    Doch Trockenperioden wie 2018 hätten schlimme Auswirkungen in Bayern. Im Wald wären die Trockenschäden dann genauso erkennbar wie auf den den Äckern, so Anton Huber, der Pflanzenbauexperte des bayerischen Bauernverbandes.

    "Das ist überall das Gleiche, ob Getreide oder Obst, ohne Wasser wächst halt nichts. Üblicherweise kommen die Böden mit einer gewissen Feuchte aus dem Winter, wenn dann eine Trockenheit kommt, können die tieferen Bodenschichten normalerweise Wasser nachliefern, dieses Jahr allerdings nicht." Anton Huber, Pflanzenbauexperte des bayerischen Bauernverbandes

    Das liegt eben daran, dass die letzten Jahre ziemlich trocken waren.

    Da die Wasservorräte in den tieferen Bodenschichten auch von den Niederschlägen seit Dezember noch nicht wieder aufgefüllt sind, hätte eine erneute Trockenheit wie 2018 in der Landwirtschaft verheerende Folgen. Die Schäden wären nach Einschätzung von Experten deutlich größer. Das gilt für alle Kulturen - auch den Wald.

    © BR

    Trinkwassergewinnung