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Grundwasser in Unterfranken erneut auf Minimum gesunken | BR24

© picture-alliance/dpa

Grundwasser-Brunnen (Symbolbild)

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    Grundwasser in Unterfranken erneut auf Minimum gesunken

    In ganz Unterfranken ist der Grundwasserspiegel laut dem Landesamt für Umwelt erneut auf ein Minimum gesunken. Bei nur drei von 17 Messstellen, die das tiefere Grundwasser anzeigen, liegen die Werte im grünen Bereich. Es hat nicht genug geregnet.

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    Wie die neuesten Messwerte des Bayerischen Landesamts für Umwelt zeigen, ist der Grundwasserspiegel in ganz Unterfranken erneut auf ein Minimum gesunken: Von 17 Messstellen, die das tiefere Grundwasser anzeigen, liegen die Werte bei nur drei Messstellen im grünen Bereich. Denn die Regenfälle im Februar und Juni haben nur die oberen Bodenschichten erreicht, sind nicht versickert und zum Teil wieder verdunstet. Der Juli ist nun vor allem in Nordbayern zu trocken ausgefallen, sodass die Grundwasserstände gesunken sind.

    Grundwasser in Unterfranken besonders knapp

    An der Messstelle in Kirschfurt (Lkr. Miltenberg) etwa betrug der Stand am Donnerstag (30.07.20) 137,20 Meter ü. NN, in Ochsenfurt (Lkr. Würzburg) immerhin 177,73 Meter ü. NN.

    Werte, die im Vergleich zum Süden Bayerns nochmal eindrücklicher werden: Taufkirchen bei München etwa misst aktuell einen Grundwasserstand von 534,95 Meter ü. NN und auch in Schweitenkirchen (Lkr. Pfaffenhofen a.d. Ilm) betrug der Stand zuletzt 439,40 Meter ü. NN.

    Natürlich ist zu beachten, dass Unterfranken grundsätzlich zu den niederschlagsärmsten Regionen Bayerns gehört, wo sich zudem durch den flachgründigen Boden und das felsige Gestein darunter das Grundwasser nur schwer neu bilden kann.

    Wassermangel ein immer größeres Problem

    "Die Defizite summieren sich auf", erklärt eine Sprecherin des Bayerischen Landesamts für Umwelt. "Die Grundwasserstände erholen sich nicht mehr, weil die Winter nicht kalt genug sind, dass es schneit, und der Niederschlag im Sommer nur die oberen Schichten erreicht." Das hat zum einen Auswirkungen auf den Wald in der Region, der wegen Hitzestress und Wassermangel in Teilen abstirbt und sich so das Ökosystem verändert.

    Erste Gemeinden verbieten das Gießen im Garten

    Kommunen sehen sich mittlerweile gezwungen, den Trinkwasserverbrauch zu regulieren. So verbietet etwa die Stadt Bad Königshofen (Lkr. Rhön-Grabfeld) Rasenflächen und Gärten zu bewässern. Auch das Beregnen und Bewässern von landwirtschaftlich genutzten Flächen ist dort untersagt.

    Insgesamt seien die Bürgerinnen und Bürger dazu angehalten, ihren Trinkwasserverbrauch gering zu halten. Ein Problem, das ganz Bayern betrifft: Obwohl es in Südbayern durchschnittliche Niederschlagswerte gab, weisen rund 54 Prozent der oberflächennahen Grundwassermessstellen und Quellen niedrige und sehr niedrige Grundwasserstände auf.

    In den tieferen Grundwasser-Stockwerken zeigen 78 Prozent der Messstellen diese Niedrigwassersituation.

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