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Grundschulen wollen Kindern Mundart ausreden | BR24

© pa/dpa/Martin Schutt

Viertklässler in Grundschule

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    Grundschulen wollen Kindern Mundart ausreden

    Der Bund Bairische Sprache wirft Schulen vor, Kindern das Sprechen von Dialekt ausreden zu wollen. An Grund- und Mittelschulen in Niederbayern hätten Lehrer sogar Strafarbeiten verteilt, wenn die Kinder im Dialekt redeten.

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    Mehrere Eltern hätten sich deshalb an seine Organisation gewandt, sagte Vereinschef Sepp Obermeier in München. Es seien "alarmierende Vorkommnisse", wenn zum Beispiel Schülern bei Praktika in Handwerksbetrieben die Verwendung des Dialekts verboten werde.

    Mehr Toleranz an Gymnasien

    An bayerischen Gymnasien sei der Dialekt inzwischen anerkannter als in der Grundschule. Obermeier verwies darauf, dass Kinder, denen das mundartliche Reden in den ersten Schuljahren ausgetrieben worden sei, nach dem Wechsel auf Gymnasien etwa in Straubing wieder ungeniert Dialekt sprechen durften. Er appellierte an den Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV), bei den Mitgliedern darauf zu dringen, dass Dialekt auf Augenhöhe mit der Schriftsprache zu stehen hat.

    Verbandschefin Simone Fleischmann entgegnete, es könne sich allenfalls um Einzelfälle handeln, wenn Schülern das mundartliche Reden verboten werde. Im Gegenteil "ist es geradezu en vogue, den Dialekt wieder in die Schule zu bringen", sagte die BLLV-Vorsitzende. "Ich glaube nicht, dass Grundschullehrer Kindern verbieten, auf dem Fußballplatz im Dialekt zu sprechen."