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Jährlich soll eine 8,75 Megawatt starke Elektrolyseanlage in Wunsiedel künftig bis zu 1.350 Tonnen Grünen Wasserstoff erzeugen.

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Grüner Wasserstoff: In Wunsiedel entsteht größte Anlage Bayerns

In Wunsiedel wird Bayerns größtes Werk zur CO2-neutralen Produktion von Wasserstoff gebaut. Die Elektrolyseanlage soll beispielhaft für ganz Deutschland zur Energiewende beitragen.

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Von
  • Christoph Röder

Sonnen- und Windkraft sind die mit Abstand wichtigsten Quellen erneuerbarer Energie in Deutschland. Nur haben sie bekanntlich ein grundsätzliches Manko: Die Sonne scheint nicht immer und auch der Wind weht nicht immer. Das ist eines der größten Probleme der Energiewende, denn die Stromversorgung muss sicher und planbar sein. In Wunsiedel soll ab dem Sommer 2022 Bayerns bisher größte Elektrolyseanlage zur Lösung dieses Problems beitragen. Für den Spatenstich im Energiepark hat sich gleich eine ganze Reihe bayerischer Spitzenpolitiker angekündigt: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) wird vor Ort sein, ebenso wie Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) und Umweltminister Thorsten Glauber (FW).

Elektrolyse: Strom spaltet Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff

Elektrolyse ist ein chemischer Prozess, bei dem Wasser unter Strom gesetzt wird. Dadurch spaltet es sich in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff. Wird dazu ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energiequellen verwendet, wie es in Wunsiedel vorgesehen ist, ist dieser Vorgang CO2-neutral und der erzeugte Wasserstoff wird "Grüner Wasserstoff" genannt. Im Sinne der Energiewende erachten Experten das vor allem dann als sinnvoll, wenn dafür Überschüsse aus Sonnen- und Windkraft verwendet werden, die das Stromnetz sonst gar nicht aufnehmen könnte.

Energie speichern, wenn sie nicht gebraucht wird

Ein typisches Beispiel für solche Überschüsse sind windige und sonnige Sonntage, so Marco Krasser, Geschäftsführer des Wunsiedler Energieversorgers SWW, der kleinste von drei Projektpartnern. "Dann stehen die meisten Industrieanlagen still und wir müssen häufig Windräder abschalten, weil den Strom in dem Moment einfach keiner braucht und das Netz ihn nicht aufnehmen kann." Genau in solchen Fällen soll dieser nicht benötigte Strom aus erneuerbaren Energiequellen ab 2022 in die Elektrolyseanlage fließen, damit die Energie dort in Wasserstoff umgewandelt und dadurch speicherbar wird.

Experten aus vielen Ländern schauen nach Wunsiedel

Das Projekt ist eine Kooperation der Siemens AG, des Lichtenfelser Gaslieferanten Rießner Gase und des Wunsiedler Stadtwerks SWW. Gemeinsam haben sie die Betreibergesellschaft "WUN H2" gegründet. Siemens und Rießner tragen jeweils 45 Prozent der Kosten, zehn Prozent die SWW. Siemens liefert dabei die Technik, Rießner kümmert sich um den Vertrieb und die SWW um die lückenlose Einbindung in sein lokales Energieversorgungskonzept, den sogenannten Wunsiedler Weg. Dabei handelt es sich um einen Mix aus dezentraler Ressourcennutzung und neuen Technologien, der inzwischen auch bei Experten aus anderen Ländern viel Beachtung findet.

Wasserstoff für Bayern, Thüringen und Tschechien

Jährlich soll die 8,75 Megawatt starke Anlage bis zu 1.350 Tonnen Grünen Wasserstoff erzeugen. Mit dem soll dann der Raum Nordbayern, Thüringen und der angrenzende Westen Tschechiens versorgt werden. Hauptabnehmer für den Wasserstoff ist die Industrie. Eine Vielzahl regionaler Akteure hat sich in einer Interessengemeinschaft zusammengetan und konkretes Interesse am Einsatz des Gases bekundet. Energieexperten halten im Sinne der Energiewende einen Einsatz in Industrie und bei großen, schweren Fahrzeugen für besonders sinnvoll. Für kleine Fahrzeuge halten einige den Elektroantrieb für die sinnvollere Alternative.

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