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Grüner Fahrzeuggipfel zu Elektroauto und Wasserstoff | BR24

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Dieselautos sind Drecksschleudern – sagen viele Umweltschützer. Aber was ist nun die klima- und nutzerfreundlichste Alternative? Elektro-Autos oder Hybridauto? Das sind die Themen beim Fahrzeuggipfel, zu dem die Grünen nach Ingolstadt geladen hatten.

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Grüner Fahrzeuggipfel zu Elektroauto und Wasserstoff

Das Auto der Zukunft soll in Bayern gebaut werden - diesen Anspruch formulierten die Grünen beim ersten Grünen Fahrzeuggipfel. Was dafür nötig ist, darüber diskutierten Wissenschaftler, Politik und Industrie in Ingolstadt.

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Beim Grünen Fahrzeugkongress erzählte Katharina Schulze, die Fraktionsvorsitzende der Grünen im bayerischen Landtag, von ihren eigenen Erfahrungen mit Elektroautos. Im Landtagswahlkampf 2018 fuhr sie mit einem geleasten Elektroauto durch ganz Bayern. Da sei ihr schon "die Pumpe" gegangen, "wenn man sieht, ok, es ist nicht mehr so viel Batterieleistung da und die nächste Aufladesäule ist noch ein Stück entfernt."

Grüne wollen Ende des Verbrennungsmotors bis 2030

Deshalb sei es wichtig, dass die Politik die richtigen Rahmenbedingungen setze, sagt Schulze. Dazu gehöre eben, deutlich mehr Ladesäulen zu schaffen - aber auch der Automobilindustrie müssten eindeutige Rahmenbedingungen gesetzt werden: "Das Ende des Verbrenners muss zum Jahr 2030 festgesetzt werden."

Dann haben Unternehmen einen klaren Planungshorizont. "Man dürfe auch nicht vergessen, dass andere Länder in diesem Punkt viel weiter seien und solche Beschlüsse schon gefasst hätten."

Festhalten am Verbrennungsmotor gefährde Arbeitsplätze

Der Werbeslogan von Audi 'Vorsprung durch Technik' müsse wieder Wirklichkeit werden, ergänzt ihr Parteikollege Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag. Zum Grünen Fahrzeugkongress in den Räumen der Volkshochschule in Ingolstadt kamen rund 150 Menschen. Ziel des Kongresses, so Hofreiter, sei es, mit verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen darüber zu diskutieren, wie man die "sehr wichtige" Autoindustrie in die Zukunft bringen könne. Denn klar sei, "wenn sie an der alten Technologie festhält, wird es keine gute Zukunft geben, weder in ökologischer Hinsicht, noch in ökonomischer, noch für die Arbeitsplätze."

Grüne: Elektroantrieb bei normalen Pkw beste Option

Denn China und andere Nationen investieren massiv in Elektroautos und in Batterien. Die Gefahr bestehe, dass Deutschland abgehängt werde. Den Elektroantrieb sehen die Grünen gerade bei normalen PKW als beste Option. Da sei die Automobilindustrie mit Forschung und Umsetzung schon am weitesten. Das bestätigt auch Markus Lienkamp, Professor für Fahrzeugtechnik an der TU in München.

Seine Prognose ist, dass in den nächsten zehn Jahren der Anteil an Elektrofahrzeugen deutlich steigen werde "und zwar für diejenigen, die damit schon gut zurecht kommen. Das sind häufig Leute, die auf dem Land wohnen, viel pendeln, eine Garage haben, wo sie auch laden können."

In der Stadt, wo an der eigenen Wohnung meist keine eigene Lademöglichkeit besteht, werde das vielleicht gar nicht so schnell kommen.

Lkw mit Wasserstoff-Brennstoffzellen

Ab 2030, schätzt Markus Lienkamp, könnte es erste Alternativen bei längeren Strecken oder schweren Fahrzeugen, wie Lkw, geben. Die Technologie, die in diesem Zusammenhang auf dem Kongress genannt wurde, sind Wasserstoff-Brennstoffzelle. Es sei zwar richtig, in Deutschland auf Batterien zu setzen, sagt Wasserstoffverfechter Tobias Brunner von Hynergy, aber man müsse darauf achten, nicht einseitig zu werden.: "Der Rest der Welt macht durchaus auch Wasserstoff. Und wir sollten das auch tun - für gewisse Anwendungen, vor allem für Langstreckenanwendungen, für Langstreckenfahrzeuge."

Bei der Richtung sind sich Wasserstoffverfechter Brunner und Elektroexperte Professor Lienkamp einig: bei Lkw sollte in die Forschung von Brennstoffzellen investiert werden, bei kleinen Pkw der Elektroantrieb gefördert werden. Kontrovers diskutiert wurde, wo die Grenze verläuft und ab wann sich bei schweren Autos und für lange Fahrstrecken der Elektroantrieb oder der Wasserstoff durchsetzt. Beide Experten sagen, dass das wohl erst die nächsten Jahre zeigen werden.

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